Samstag, 23. Februar 2013

…ihr aber habt nicht gewollt – Mutter Teresa und das Schweigen der Nationen


Ich habe eine Überzeugung, die ich Ihnen allen mitteilen möchte: Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes. Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind in ihrem eigenen Schoß ermorden kann, was für ein schlimmeres Verbrechen gibt es dann noch, als wenn wir uns gegenseitig umbringen? Sogar in der Heiligen Schrift steht: Selbst wenn die Mutter ihr Kind vergessen könnte, ich vergesse es nicht.

Aber heute werden Millionen ungeborener Kinder getötet, und wir sagen nichts. In den Zeitungen lesen wir dieses und jenes, aber niemand spricht von den Millionen von Kleinen, die empfangen wurden mit der gleichen Liebe wie Sie und ich, mit dem Leben Gottes. Und wir sagen nichts, wir sind stumm. Für mich sind die Nationen, die Abtreibung legalisiert haben, die ärmsten Länder. Sie fürchten die Kleinen, sie fürchten das ungeborene Kind.

Und ich bitte Sie hier im Namen der Kleinen: Rettet das ungeborene Kind, erkennt die Gegenwart Jesu in ihm! Als Maria Elisabeth besuchte, hüpfte das Kind vor Freude im Schoß der Mutter in dem Augenblick, als Maria ins Haus kam. Das Ungeborene brachte Freude … Deshalb fordere ich Sie heute auf, Majestäten, Exzellenzen, meine Damen und Herren, Sie alle, die aus vielen Ländern der Erde gekommen sind: Beten Sie, daß wir den Mut haben mögen, das ungeborene Leben zu schützen.

Aus aktuellem Anlaß ein Zitat aus der Rede Mutter Teresas, als sie 1979 in Oslo den Friedensnobelpreis entgegennahm. Traurigerweise ist es so aktuell wie je.

Bestürzt hat mich gerade, daß man es anscheinend auch als Affront betrachten kann, daß jemand – eine Ordensschwester der römisch-katholischen Kirche – solche Worte, genauer gesagt, das Wort „Mord“, vor dem Friedensnobelpreiskomitee ausgesprochen hat. Wo bitte, wenn nicht vor den Ohren der Welt, sollte eine gute Gelegenheit sein, solches auszusprechen? Daß manchem unbehaglich dabei werden kann, kann ich noch verstehen. Aber das Ausgesprochene als Beleidigung auffassen, weil da jemand die Dinge beim Namen nennt?

Zugleich ist daraus auch ersichtlich, was passieren kann, wenn man aus einem bestimmten Kontext nur ein einzelnes Wort herausgreift und nicht auf das Ganze sieht. Mutter Teresa ist hier nicht zuvorderst als Anklägerin aufgetreten, sondern auch als Bittende. Sie bat die Regierenden, die Versammelten, ja eigentlich die ganze Welt, nach Wegen zu suchen, den Schutz des ungeborenen Lebens zu verbessern und dafür zu beten.

Mutter Teresa hat eine traurige Wahrheit angesprochen und einen Weg aufgezeigt, der eine Lösung sein kann: Liebe und Achtung vor dem Leben. Zum Umgang mit solchen Worten und zum Nicht-hören-wollen solcher Wahrheiten fällt mir unwillkürlich Jesu trauriges Bild über die Henne ein, die ihre Küchlein um sich sammelt: Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die zu dir gesandt sind. Wie oft wollte ich deine Kinder um mich sammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt; ihr aber habt nicht gewollt. (Lk 13, 34)

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