Dienstag, 5. Februar 2013

Deine Liebe allein kann das Feuer der Liebe entfachen − zum Fest der hl. Agatha

Der hl. Petrus heilt im Kerker die Wunden der hl. Agatha
Zusammen mit den hll. Agnes, Lucia, Cäcilia gehört die hl. Agatha zu den jungfräulichen Märtyrinnen, die im Kanon des ersten Hochgebets genannt werden. Martyrologien aus frühchristlicher Zeit führen noch sehr viele andere an, von manchen wissen wir nicht viel mehr als den Stand − Virgo, Jungfrau −, den Ort und die Art des Martyriums: Blandina, Thekla, Eulalia, Sophronia, Crispina, Agape, Irene, Chione, Potimiaena, Apollonia, und in Adrianoupolis in Thrakien im Jahre 305 vierzig von ihnen auf einmal. Sie gaben ihr Leben für Christus, hatten sich ihm geweiht.

Das Tagesgebet nennt das Martyrium der Heiligen eine Gnade, wie es auch die Berufung zum jungfräulichen Leben ist, denn dieser Ruf geht unmittelbar von Gott aus, die Berufenen folgen ihm auf Eingebung des Geistes. Das Hören dieses Rufes und das Folgen-können in Liebe und Treue, das ist die Gnade, die ihrem Wesen nach unverdient dem Menschen zufällt.
Das Versprechen der Jungfräulichkeit legen sie in deine Hand und weihen dir ihr ganzes Leben; denn du selbst hast dazu ihr Herz bewegt. Ohne dich kann kein Sterblicher dem Gesetz der Natur entgehen, die Freiheit zum Bösen bewältigen, die Macht der Gewohnheit brechen, die Leidenschaft der Sinne überwinden. Deine Liebe allein kann das Feuer der Liebe entfachen, deine Gnade allein das gute Wollen erhalten, und allein deine Macht die Beharrlichkeit schenken.
Das Weihegebet der Kirche drückt in wunderbarer Form aus, wer der Rufende ist, Gott selbst, und daß jene, die den Ruf hört, es nicht aus eigener Kraft vollenden kann − diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen, so wird deutlich, daß das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt.
Ihr Jungfraun seid gepriesen: ihr macht es offenbar,
daß mächtig sich erwiesen, was hier ohnmächtig war;
und die uns töricht schienen, sind weise, kühn und groß.
Gott selbst vermählt sich ihnen, und herrlich ist ihr Los.
heißt es im Lied GL 613, das wir heute gesungen haben, in Anlehnung an die erste Lesung zum Fest einiger heiliger Jungfrauen: da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, denn das Törichte in der Welt hat Gott erwählt. Gott selbst vermählt sich ihnen und herrlich ist ihr Los − blickt man auf das Leben und Sterben dieser heiligen Jungfrauen und Märtyrinnen mag nicht recht augenfällig sein, worin das Herrliche ihres Loses gelegen hat. Auch im Leben der Jungfrauen, die nicht das Martyrium erleiden, mag es Dinge oder Zeiten geben, die auf den ersten Blick einigermaßen unherrlich erscheinen: Armut, Dürre, Widerwärtiges und Bitterkeiten. Auf den zweiten Blick ist all dies eine Möglichkeit, Christus, dem Bräutigam ähnlicher zu werden und sich mit ihm zu vereinen.

Das Herrliche des Loses ist unmittelbar die erste Aussage: Gott selbst vermählt sich ihnen. Christus hat die Jungfrau mit einer Liebe an sich gezogen, die alles andere übersteigt. Sie hätte keinen anderen wählen mögen, es wäre immer die „zweite Wahl“ gewesen. Christus verlangt die erste Liebe des Herzens seiner Braut, und die letzte und tiefste.

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