Mittwoch, 6. Februar 2013

Das Zeichen von Nagasaki – hll. Paul Miki und Gefährten


Das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft. Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen. (1 Kor 1, 18, 24-25)

Im Winter des 1597, Anfang Februar, starben auf einem Hügel in Nagasaki an Kreuzen sechsundzwanzig Jungen und Männer, Jesuiten und Franziskaner: die Märtyrer von Nagasaki. Vergegenwärtigt man sich das Leiden und Sterben dieser jungen Märtyrer – der jüngste unter ihnen war dreizehn Jahre alt, ein Meßdiener –, kann man zu der Ansicht kommen, daß es im Leben oft anders ausgeht, als es in den Augen der Welt aussieht. Gerade in Zeiten wie den jetzigen, in denen das Zeichen des Kreuzes, und die, die es tragen, verlacht, verspottet und verfolgt werden, kann uns das mutige und freudig-gelassene Zeugnis dieser Märtyrer Ermutigung sein.

Der lange Marsch, fast tausend Kilometer, auf dem man die bereits zuvor gefolterten Christen von Miako (Kyoto) durch Eis und Schnee heruntergetrieben hatte, das Martyrium vor Augen, das ihnen bevorstand: mit eisernen Bändern an einem Kreuz festgehalten und von Lanzen durchbohrt zu werden. Als Zeichen der Verunehrung sollte ihnen allen das linke Ohr abgeschnitten werden.
Schrein der Märtyrer in Nagasaki
All dies war als Mahnmal gedacht: es sollte die Menschen, die es sahen, in Angst und Schrecken versetzen, die Märtyrer in Schande sterben zu lassen. Es kam aber anders: die der Feldherr Hideyoshi vor aller Augen zu beschämen und zu entehren gedachte, wurden zum leuchtenden Zeichen. Durch die Art, wie sie sich ihr Sterben vollzog, wurden sie vielen zum leuchtenden Zeichen. Auf dem Weg von Miako nach Nagasaki sangen die sechsundzwanzig Jungen und Männer Psalmen, beteten den Rosenkranz und predigten denen, die am Wegesrande standen. Der dreizehnjährige Antonius stimmte am Kreuz den 135. Psalm Lobet den Herrn, all ihr Knechte des Herrn an. Paul Miki verzieh seinen Peinigern und bat die Umstehenden, sich taufen zu lassen. Der zeitgenössische Bericht über das Martyrium hebt ausdrücklich die freudige Bewegung hervor, die die Märtyrer erfaßt hatte, bei der Versicherung, daß sie bald Christus selbst sehen würden, von Angesicht zu Angesicht. Über dem Schrein der Märtyrer auf dem Hügel, auf dem sie gekreuzigt wurden, steht geschrieben: Laudate Dominum omnes gentes – Lobet den Herrn, alle Völker.

Das Mahnmal von Nagasaki, das Hideyoshi Toyotomi gewollt hatte, ist stattdessen zum Siegeszeichen geworden. Die Märtyrer von Nagasaki sind aber auch ein wunderbares Zeichen für die Freiheit der Kinder Gottes, sich in jedem Moment des Lebens, selbst oder gerade angesichts des Todes, dem Guten zuzuwenden und nach ihm zu streben. Angesichts des Leidens Gottes Größe und Güte zu besingen, das ist der Hauch der Heiligkeit und Ansporn für alle, die es sehen und davon hören. Es ist jener fruchtbare Regen, von dem der hl. Paul Miki in seinen letzten Worten gesprochen hat, der auf die Dürre niederfällt und sie zum Wachsen bringt.

1 Kommentar:

Huppicke hat gesagt…

Von diesen Heiligen hatte ich noch nicht gehört.
Es müssen besondere Menschen gewesen sein.

Ja. Gott hat durch sie gewirkt, mit seiner Gnade konnten sie heilig handeln.
Und ja. In der Gruppe konnten sie einander bestärken und es wird dort ein besonderer Gruppenprozeß stattgefunden haben.

Aber sie müssen auch besondere Menschen gewesen sein. Dazu bereit auf die Weise heilig zu handeln, die Gott gerade gut hieß.
Bereit zu vertrauen und sich zu Gott fallen zu lassen.

Und ohne Hass auf ihr Schicksal und die Menschen, die es verursachen. Da kann man gut sagen: Bittet für uns.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...