Sonntag, 24. Februar 2013

2. Fastensonntag – der Berg der Verklärung

Im zweiten Sonntag der Fastenzeit, der uns nach dem Berg der Versuchung wiederum auf einen Berg mitnimmt, hat das Fest der Verklärung im Sommer seinen Widerhall.

Ursprünglich hatte der zweite Fastensonntag keine eigene Messe, da am Vorabend die lange Vigil des Quatembersamstags gefeiert wurde, die im Morgengrauen mit der Feier der heiligen Messe endete. Mit der Verlegung des langen Gottesdienstes auf den Vormittag des Quatembersamstags wurde ein eigenes Meßformular für den zweiten Sonntag der Fastenzeit erforderlich.

Der Gipfel und das Ziel der Heilsgeschichte scheinen in diesem kurzen Aufleuchten am Berg Tabor zusammengefaßt: verborgen in der Entsagung dieser Welt und gekleidet in die Erbärmlichkeit und Einfachheit des menschlichen Fleisches ist der Hohepriester des neuen Bundes. Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.

Fast geht der Augenblick unbemerkt vorüber: in einer Situation, an der Jesus an einem Kreuzweg steht, schlafen die Jünger wieder einmal, Jesus aber sucht den Vater im Gebet. Der kurze Blick auf diese Herrlichkeit scheint für die Jünger in diesem Augenblick zuviel, es verwirrt sie. Auf der elfenbeinernen Bildnis will einer der Jünger seine Augen mit einem Tuch bedecken, ein anderer wendet sich ab, der verwirrte Petrus fängt an, den Bedarf an Hütten an den Fingern abzuzählen.

Vielleicht kommt deshalb eine Wolke, die Jesus einhüllt, ihnen die Sicht auf den verherrlichten Herrn nimmt und verbirgt, was ihre Augen und Sinne jetzt einfach noch nicht zu ertragen vermögen. Auch als Auferstandener erscheint Jesus den Jüngern in seinem irdischen Leib, läßt sich sogar berühren – wenn sie auch spüren, das etwas anders ist –, sodaß der Zeitpunkt, Christus wirklich so schauen zu können, so wie er ist, wohl letztlich im Jenseitigen liegt. Mein Herz denkt an dein Wort: Sucht mein Angesicht! Dein Angesicht, Herr, will ich suchen. Verbirg nicht dein Gesicht vor mir, heißt es im Introitus des Tages. Jedoch verbirgt und entzieht sich dieses Gesicht immer wieder, bis auf kurzes Aufleuchten in den Taborereignissen unseres Lebens, vielleicht, weil wir den unverhüllten Glanz seines Angesichts jetzt noch nicht ertragen könnten. Für die Niederungen und Ebenen des Lebens gilt: Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. Das meint der Apostel, wenn er davon spricht, daß unsere Heimat im Himmel sei. Wird das ein Heimkommen sein.

1 Kommentar:

Admiral hat gesagt…

"Laß uns drei Hütten bauen:
Eine für Dich, eine für mich und eine für die Verpflegung!"

Ein Spruch aus der Jugendzeit und so ein Evangelium ist für immer "geprägt"! :-)

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