Montag, 28. Januar 2013

Niemals erlischt der Glanz… – zum Fest des hl. Thomas von Aquin


Um den hl. Thomas von Aquin von anderen heiligen Dominikanern zu unterscheiden, wird der Aquinate in der Ikongraphie oft mit einer goldenen Sonne auf der Brust dargestellt. Erst im letzten Jahr kam mir in den Sinn, wieso eigentlich? Den Schlüssel dazu liefert, glaub ich, das Buch, das ebenfalls zu seinen Heiligenattributen gehört (letzteres bei der Gelehrsamkeit des hl. Thomas, der allein in einer einzigen Fastenzeit neunundfünfzig katechetische Predigten geschrieben hat, leicht erklärbar).

In dem Buch, dass der Heilige hält, steht: Veritatem meditabitur guttur meum et labia mea detestabuntur impium – Die Wahrheit spricht meine Zunge, Unrechtes ist meinen Lippen ein Gräuel. (Spr 8,7)

In der Fortführung dieser Textstelle aus dem Buch der Sprichwörter heißt es: Alle meine Worte sind recht, keines von ihnen ist hinterhältig und falsch. Für den Verständigen sind sie alle klar und richtig für den, der Erkenntnis fand. Nehmt lieber Bildung an als Silber, lieber Verständnis als erlesenes Gold! Ja, Weisheit übertrifft die Perlen an Wert, keine kostbaren Steine kommen ihr gleich. Dies stellt einen direkten Bezug zu der wunderbaren ersten Lesung am Fest des Heiligen her:
Ich betete, und es wurde mir Klugheit gegeben; ich flehte, und der Geist der Weisheit kam zu mir. Ich zog sie Zeptern und Thronen vor, Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit ihr. Keinen Edelstein stellte ich ihr gleich; denn alles Gold erscheint neben ihr wie ein wenig Sand, und Silber gilt ihr gegenüber so viel wie Lehm. Ich liebte sie mehr als Gesundheit und Schönheit und zog ihren Besitz dem Lichte vor; denn niemals erlischt der Glanz, der von ihr ausstrahlt. (Weish 7)
Für den Heiligen ist der Glanz, der von der Weisheit ausstrahlt, in der Tat niemals erloschen, deshalb zeigt ihn die Ikonographie mit den Symbolen dieses strahlenden Glanzes. Als der Heilige gegen Ende seines Leben eine Vision Christi selbst hatte, sagte er allerdings: „Alles, was ich geschrieben habe, kommt mir vor wie Stroh im Vergleich zu dem, was ich gesehen habe.“

Vom hl. Thomas stammt auch ein Gebet zum Empfang der Heiligen Kommunion, das sehr schön und schlicht und daher gut zu lernen ist:
Ich komme wie ein Kranker zum Arzt des Lebens, wie ein Unreiner zur Quelle des Erbarmens, wie ein Blinder zum Licht der ewigen Klarheit, wie ein Armer zum Herrn des Himmels und der Erde. Barmherziger Gott, gib, daß ich nicht nur äußerlich das Sakrament des Leibes und Blutes des Herrn empfange, sondern auch innerlich dessen Wesen und Kraft, daß ich verdiene, deinem geheimnisvollen Leib einverleibt zu werden. Liebreichster Vater, laß mich deinen geliebten Sohn, den ich jetzt auf dem Weg dieses Lebens verhüllt empfange, einst mit unverhülltem Angesicht ewig schauen.

Kommentare:

eumloquatur hat gesagt…

Hach, wie freue ich mich über jeden Beitrag, den ich von oder über den heiligen Thomas vor die Augen bekomme. Danke!

Braut des Lammes hat gesagt…

Gerne – ich mußte beim Gedanken an den Heiligen auch gleich an Dich denken, was für ein Hochgenuß gerade dieses Heiligenfest wahrscheinlich für Dich ist. :)

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