Donnerstag, 17. Januar 2013

Menschen von Fleisch und Blut…

Bei der Operation eines Ungeborenen im Mutterleib greift
das einundzwanzig Wochen alte Kind nach dem Finger
des operierenden Arztes, Dr. Joseph Bruner
Als ich in der gestrigen Lesung aus dem Hebräerbrief des Apostels über Jesus Christus hörte
Seht, ich und die Kinder, die Gott mir geschenkt hat. Da nun die Kinder Menschen von Fleisch und Blut sind, hat auch er in gleicher Weise Fleisch und Blut angenommen … Denn er nimmt sich keineswegs der Engel an, sondern der Kinder Abrahams nimmt er sich an.  
mußte ich an die Ungeborenen denken: Menschen von Fleisch und Blut, denen Jesus gleich geworden ist, um ihnen zu helfen.

Kath.net berichtet darüber, daß Facebook zumindest in Großbritannien gezielt auf den Seiten weiblicher Nutzer Werbung für Einrichtungen schaltet, die Abtreibungen vornehmen, mit dem Zusatz „in deiner Nähe“.

Anthony Ozimic von der Society for the Protection of Unborn Children, einer Gruppe, die sich für den Schutz des ungeborenen Lebens einsetzt, fordert die Facebook-Nutzer zum Protest auf; ich greife das Thema daher hier auf. Daß ich auch zu denen gehöre, denen demnächst so etwas „in meiner Nähe“ angeboten werden könnte, ist nicht weiter wichtig: ich halte es für erschreckend, daß es überhaupt irgendeinem Mädchen oder einer Frau – das Alter des weiblichen Nutzers scheint ja auch nicht weiter relevant – in dieser Weise angeboten wird, als handle es sich dabei um die Möglichkeit, eine neue Handtasche zu erstehen. Oszimics Frage, welche Kultur wir an die nächste Generation weitergeben, ist daher mit eine Kultur des Todes zu beantworten – eine Welt, in der ich nicht leben möchte.

Facebook selber ist sich offenbar keines Unrechts bei dieser Art von Werbung bewußt: die Nutzer hätten jederzeit die Möglichkeit, Werbung, die ihnen nicht gefalle, wegzuklicken. Die Richtlinien der Netzwerkplattform erlaubten Werbung für „Beratungsdienste nach der Empfängnis“.

Natürlich kann ich (noch!) jederzeit alles wegklicken oder auch abschalten, was ich nicht sehen möchte oder mich nicht interessiert. (Was nicht ausschließt, daß ich trotzdem zunächst einmal nolens volens Kenntnis davon erhalte.) Der eigentliche Skandal, von dem solcherart Augenwischereien ablenken sollen, ist doch aber, daß hier eine „Leistung“, an deren Ende die Vernichtung eines Lebens steht, überhaupt erst angeboten und beworben wird. Allem, was weiblich ist, in jedem Alter, ohne Ansehen oder Kenntnis der Person, der Situation und Gefühlslage, in der sie sich gerade befindet. „Beratungsdienst nach der Empfängnis“ für etwas, das man aufsucht, wenn es für vorherige Beratung schon fast zu spät ist, nämlich der Ort, wo dieses Leben ausgelöscht werden wird, ist übrigens ein Euphemismus, der einen schaudern macht.

Kommentare:

Huppicke hat gesagt…

Ich erinnere mich gerade an eine 'Freundin' während meiner zweiten Ausbildung. Sie war 7 Jahre jünger als ich. Wir waren uns nur während der Ausbildungszeit nahe. Als sie erzählte, sie wolle heiraten, sagte ich, dass es aber doch sehr früh sei und ich den Eindruck habe, sie sei gar nicht so sehr überzeugt von ihm. "Ist doch nicht schlimm, wenn es nicht passt, dann lass ich mich eben scheiden." Auf meine Einwände lachte sie mich liebevoll an - als sei ich halt nett, aber hoffnungslos altmodisch. Sie wurde geschieden, aber ich muss der Fairneß halber sagen, dass sie um die Ehe gekämpft hat.

Trotzdem. Diese Einstellung. Da tun zwei Menschen einander weh.

Und wenn ich schwanger werde, aber gerade nicht will, dann gehe ich zu einer Einrichtung in meiner Nähe. Hier stirbt jemand daran.

Traurig.

Braut des Lammes hat gesagt…

Ich habe mich beim Schreiben an die ambulante Klinik erinnert, zu der ich jemanden begleitet habe, damit sie nicht ganz allein hin- und weggehen muß. Der Betrieb war dort unglaublich geschäftsmäßig, man hatte den Eindruck, es ginge wirklich nur darum, daß die Patientin die Rechnung in bar begleicht und zwar pronto (die medizinische Sorge und Nachsorge hat sich dann auch prompt als mangelhaft erwiesen). Da wird nicht "beraten", das ist auch gar nicht mehr der Ort dafür. Die wollen wissen, ob die Patientin eine Narkose aushält und zahlen kann, sonst gar nichts. Als erwachsene Frau kann ich das abwägen und beurteilen, aber kann es auch ein Teenager?

Schon allein deshalb finde ich es unglaublich, daß solche Einrichtungen per Mausklick den FB-Nutzerinnen angeboten werden.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...