Dienstag, 8. Januar 2013

Die Welt erkennt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat − der Weltverfolgungsindex

Der lange Zug derer, die ihr Blut für Christus gaben,
auf van Eycks Altarbild der Anbetung des Lammes
Daß über das Ausmaß an Christenverfolgung auf der Welt wenig bekannt ist, dies habe ich erst neulich wieder erfahren, als eine Kollegin sich bei der Erwähnung dieses Faktums im Gespräch in der Teeküche bestürzt und auch berührt zeigte.Wir sind dorthin gekommen, weil der Emerit jüngst einen Ruf nach Saudi-Arabien abgelehnt hat, was ich unter anderem mit dem Kommentar versehen habe, er hätte ja nicht einmal eine Bibel mit ins Land nehmen dürfen. In der Tat verwehrt Saudi-Arabien auch Christen die Mitnahme von Schriften, die denjenigen unendlich viel bedeuten und die sie vielleicht brauchen, um ihren Gebetsverpflichtungen überhaupt nachzukommen zu können. Und so wundert es auch nicht, daß Saudi-Arabien sich auf Platz 2 der Länder befindet, in denen Christen am meisten um ihres Glaubens willen verfolgt werden.

So wußte meine Kollegin etwa nicht, daß die Scharia für islamische Konvertiten zum Christentum die Todesstrafe vorsieht − ich möchte fast sagen, wie könnte sie auch? Wer spricht denn darüber und wann? Bestürzend ist nicht an sich, daß die Verfolgung unserer Geschwister im Glauben und das Ausmaß der Drangsaliererei so wenig bekannt ist. Bestürzend ist, daß so wenig darüber berichtet wird oder oft unter mißverständlichen oder gar irreführenden Überschriften und Angaben. Im ARD-Videotext hieß es dazu heute zur Veröffentlichung des Weltverfolgungsindexes (ein aussichtsreicher Kandidat für ein Unwort, btw) für das Jahr 2013 durch Open Doors: Millionen von Christen verfolgt. Vielleicht bin ich ein wenig überempfindlich, grammatikalisch ist es korrekt, es scheint aber, liest man in der Vorschau nur diese Zeile der Meldung, mißverständlich, manch einer denkt vielleicht, die Christen mal wieder. Durch das einfache Weglassen des Wortes von hätte man jedem Mißverständnis vorgebeugt. An anderer Stelle, und das ist nun wirklich ärgerlich, heißt es im Zusammenhang mit Attentaten, es sei zu „Rangeleien“ zwischen Christen und Moslems bekommen. So kann man die berechtigte Empörung der einen über Mord, Totschlag, Raub, Vergewaltigung und Verfolgung durch die anderen natürlich auch nivellieren.

Die traurigen Anführer der Länder, in denen Christen am meisten verfolgt werden, sind: Nordkorea, Saudi-Arabien, Afghanistan, der Irak und Somalia. Schaut man sich die von Open Doors ermittelten fünfzig Länder an, so findet sich unter ihnen eine bestürzend hohe Anzahl afrikanischer Länder (manche von ihnen erstmals) und natürlich ist es ein Abgesang der Länder, die vom Islam geprägt sind. Die Welt erkennt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat, das trifft hier wohl in seinem vollen und traurigen Umfang zu.

Wenn die Welt euch haßt, dann wißt, daß sie mich vor euch gehaßt hat − dieser Satz unseres Herrn Jesus Christus ist sicher der rechte, um Trost zu finden und sich im Geist mit dem zu vereinen, um dessentwillen unsere Glaubensgeschwister großes Leid bis hin zum Martyrium erdulden.Wir dürfen auch darauf blicken, daß zu allen Zeiten das Blut der Märtyrer der Same der Kirche war. Daß es jedoch so ist, daß die Kirche Christi sich auf den Gräbern ihrer Märtyrer erhebt und durch ihr Blut gespeist wird, davon kann gar nicht oft und eindringlich genug gesprochen werden.

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