Sonntag, 13. Januar 2013

Der alle Sünde auf sich nimmt, ihn taucht Johannes in die Flut

Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du? bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias. Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein. Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst? Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat. Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer. Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet? Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Dies geschah in Bethanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo Johannes taufte. (Joh 1,19)

Es trat ein Mensch auf mit Namen Johannes. Den hl. Johannes den Täufer nennen wir auch den Vorläufer, den, der auf Jesus verwies, sogar in der Art wie er lebte – einsam, jungfräulich, predigend, betend und fastend. Zu ihm kommt Jesus, um sich taufen zu lassen.

Im Evangelium über Jesu Taufe bin ich über die Fragen der Priester, Leviten und Pharisäer gestolpert: Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet? Wie außerordentlich also, gerade für Jesus, der der Messias ist, zu Johannes zu gehen, um von ihm die Taufe zu erbitten! Da der Herr ohne Sünde war, hätte er die Taufe nicht gebraucht, zumal die Taufe des hl. Johannes auch nicht mit den Gaben des Heiligen Geistes verbunden war. Der alle Sünde auf sich nimmt, ihn taucht Johannes in die Flut, heißt es in dem Hymnus zum Fest – ein weiteres wunderbares Paradoxon und zugleich ein Bild vollendeter Demut.

Die Taufe scheint vielmehr um unseretwillen geschehen: wir sollen sehen und hören, dies ist wahrhaft der Sohn Gottes. Später wird Jesus von Gott sagen: Ich und der Vater sind eins! Bei der Taufe tut Jesus mittelbar den Himmel für uns auf, das Haus des Vaters, das mit den vielen Wohnungen. Dort haben wir durch unsere eigene Taufe ein natürliches „Lebensrecht“. Der Himmel ist unser eigentliches Ziel, ihn zu gewinnen, das Streben unseres Lebens.
Des Vaters eingeborner Sohn,
kommt aus der Jungfrau in die Welt,
im Bad der Taufe heiligt er,
die sich ihm gläubig anvertraun.

Vom Himmel kommt der Höchste selbst,
erscheint in menschlicher Gestalt;
Dem Tode liefert er sich aus,
der uns das ew'ge Leben schenkt.

Der alle Sünde auf sich nimmt,
ihn taucht Johannes in die Flut.
der ohne allen Makel ist,
der Reinste, teilt der Sünder Los.

Des Vaters Stimme offenbart
im Knecht den vielgeliebten Sohn.
der Geist bezeugt ihm Macht und Amt,
als Christus Gottes Werk zu tun.

Erlöser, Herr, wir bitten dich:
vertreib das Dunkel, tilg die Schuld,
mach gnädig unsre Herzen hell
mit deiner Gottheit klarem Licht.

Dem Herrn sei Preis und Herrlichkeit,
der heute uns erschienen ist,
dem Vater, der den Sohn bezeugt
und ihn mit seinem Geiste salbt. 

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank für die Gedanken zum Fest Taufe des Herrn und auch für die Erklärung, dass "die Taufe um unseretwillen geschehen ist und wir im Himmel durch unsere eigene Taufe ein natürliches „Lebensrecht“ haben.

Weihnachten ist damit abgeschlossen und wir bewegen uns schon auf die Karwoche und Ostern vor.

Weihnachten ist für mich ein großes Wunder. Gott sendet seinen Sohn zu uns auf die Erde. Er teilt unser Leben und wächst in der Verborgenheit Nazareths auf. Ein wenig kann ich das nachvollziehen. Man möge mir den Vergleich verzeihen, aber moderne Manager arbeiten ja auch Undercover um sich besser in ihre Beschäftigten hineinversetzen zu können. Ein Akt der Wertschätzung - wenn es ernst genommen wird. Und GOTT drückt uns Menschen seine Wertschätzung aus, indem er seinen Sohn Mensch werden lässt und ER mitten unter uns wohnt.

Dann aber der Tod am Kreuz. War das wirklich notwendig. Wo doch "Jesus bei der Taufe mittelbar den Himmel für uns auftut ... und wir durch unsere eigene Taufe ein natürliches „Lebensrecht“ im Himmel haben".

Weshalb dann dieser Tod am Kreuz?

Über eine Antwort oder zumindest den Versuch einer Erklärung (ich weiß nicht, ob wir Menschen Gottes Handeln erklären können) würde ich mich freuen.

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