Montag, 21. Januar 2013

Das Lamm folgt dem Lamm

Segnung der Lämmer am Fest der hl. Agnes –
die Tiere sind noch kein Jahr alt
Auf Bildern mit heiligen Jungfrauen oder solchen, auf denen eine Prozession Heiliger dargestellt wird, hat die hl. Agnes immer ihr Lämmchen dabei und ist daher besonders leicht herauszufinden.

Manchmal ist das Lamm normalgroß dargestellt, manchmal scheint es eher Handtaschenformat zu haben, ein Attribut eben, das die Heilige bei sich zu tragen scheint wie ein Accessoire. Das Lamm aus dem Bild des unbekannten Meisters hier ist übrigens wiedermal ein „kleines Pferd“. Mancher Maler scheint sich mit Lämmern schwergetan zu haben – ich überlege, woran das bei dem ersten Lamm liegt? Ists der zu lange Schwanz? (Daß verschiedene Schafrassen unterschiedlich lange Schwänze haben, weiß ich, aber soo?)




Abseits von Assoziationen zu künstlerisch ulkig ausgeführten Lämmern lädt das Fest der hl. Agnes nicht nur ikonographisch zu schönen Betrachtungen ein: die man Lamm nannte, weil sie das Martyrium wie ein solches erlitt, folgt dem Lamm, wohin es geht und singt das Lied, das sonst kein anderer singen kann. In der Tag wird der Herr selbst Lamm Gottes genannt, er nimmt die Sünde der Welt hinweg und ist doch selbst ohne Makel.

Im Hymnus zum Fest der Heiligen heißt es
Laudibus mitem celebremus Agnum,
casta quem sponsum sibi legit Agnes,
astra qui caeli moderatur atque
cuncta gubernat.

Laßt uns lobpreisend feiern das Lamm,

dem die keusche Agnes sich als Braut verbindet.
Er, der die Sterne des Himmels regiert,
der Lenker aller Dinge.
Papst Benedikt heute bei der Segnung der Lämmer
Wie nach jahrhundertealter Tradition in jedem Jahr am Festtag der hl. Agnes hat Papst Benedikt auch heute wieder Lämmer gesegnet, die mit weißen und roten Blumen geschmückt und in Körben liegend, zur Segnung gebracht werden. Im Sommer werden die Tiere, ebenfalls einem alten Brauchtum folgend, nach Santa Cecilia in Trastevere gebracht, wo es eine kleine Prozession gibt und die Länner geschoren werden. Die bei dieser Schur gewonnene Wolle wird in die Pallien der neu ernannten Erzbischöfe verwebt. Hier gehts zur Lämmersegnung des vorigen Jahres (mit Originalton und Mäh und Bäh!)


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