Montag, 10. Dezember 2012

Señoras que restauran la Virgen negra


Zum Beginn des Advents und kurz vor ihrem Hochfest ist die ehemals „schwarze Madonna“ von Berlin entschwärzt zurückgekommen, so daß wir nun ganz ohne schwarze Madonna sind.

Die Madonna sieht aber gleich viel weniger orthodox aus, sondern eher barock heiter. Ich hab überlegt, woran das liegt und kam zu der Auffassung, daß eine rußgeschwärzte Nase und ein ebensolches Kinn halt länger (und damit ikonenhafter) aussehen. Vielleicht erbarmt sich in diesem Leben auch noch einmal jemand des verkokelten und verdreckten Strahlenkranzes und nimmt einen Eimer Wasser und Seife zur Hand, nur so als Idee…

Überaus eigenartig fand ich übrigens die Entscheidung, in der Zeit, als die Madonna zum Restaurieren verreist war, die Opferkerzen und deren Ständer trotzdem stehen zu lassen, obwohl es in der Kirche noch eine Pietà gibt. (Allein bei der Aufnahme des verlassenen Strahlenkranzes mußte ich mehrere Male in fremden Zungen erläutern, was dieses seltsame Arrangement bedeuten solle, dabei wußte ich es selbst kaum.) Die Botschaft, die meines Erachtens damit vermittelt wird, ist nicht: „Hier können Sie in Ihren Anliegen die Muttergottes um Fürsprache bei Gott anrufen“, sondern: „hier werden Kerzen abgebrannt, einfach so.“

Kommentare:

MC hat gesagt…

Ich finde Andachtsbilder, die mehr was ikonenhaftes haben, ja schöner.

Braut des Lammes hat gesagt…

Ich auch, aber wo sie nun mal schon restauriert ist, kann ich mich genausogut damit abfinden. Besser als rußfleckig ist es schon.

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