Sonntag, 9. Dezember 2012

Schöner sterben (Anna Karenina – vorher)

Eis und dichter Schneefall, Stiefelchen, Umschlagtuch und Muff, da hab ich große Lust, mir Anna Karenina anzusehen. Ich mag Tolstoi sehr gern, sähe aber, glaub ich, lieber ein anderes Werk[1] von ihm neu verfilmt, Krieg und Frieden etwa – bei Anna Karenina wartet man womöglich doch bloß die ganze Zeit drauf, daß sie sich vor den Zug schmeißt und dann ist endlich Ruhe im Karton. Selbst das Plakat ist ja nicht ohne Bahngleise und den herannahenden Zug ausgekommen.





Andererseits hat diesen Film Joe Wright gedreht, der Regisseur, der zuvor auch Atonement verfilmt hat. Eigentlich mag ich derart Ankündigungen wie „vom Regisseur von…“ (alternativ: „vom Autor von…“) nicht, in diesem Fall läßt sie aber trotz einer einigermaßen überdrehten Hauptfigur hoffen: auf opulente Ausstattung, Schwelgen in wunderschönen Kostümen und subtile Behandlung der theologischen Dimension des Romans. Zumindest letzeres hätte der empfindsame Tolstoi auf jeden Fall verdient. Den Trailer find ich schon mal sehr gelungen.

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[1] Da man für einige seiner großen Werke eigentlich eine Schemazeichnung braucht, welche der kompliziert heißenden Handelnden wie mit den anderen kompliziert Heißenden verbandelt sind, dachte ich, mache ich mir vorher noch eine, es gibt sie aber schon.

Kommentare:

jeannedarc hat gesagt…

Bin schon total gespannt auf Deinen Bericht vom Film. Ich möchte ihn mir unbedingt ansehen. Der Trailer ist, in der Tat sehr vielversprechend. Ich hoffe nur, dass sich die Bettszenen in Grenzen halten, denn das habe ich nicht gerne in Filmen (Pride&Prejudice kommt ganz ohne aus). Allerdings ist die filmische Umsetzung von Romanen epischen Ausmasses sehr schwierig. Ob es bei "Anna Karenina" wohl gelungen ist??
L.G.

Braut des Lammes hat gesagt…

Ich werde umgehend berichten. Bei allzu ausgiebigen Schlafzimmerszenen bietet es sich an, etwas Heruntergefallens auf dem Boden zu suchen. :]

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