Samstag, 8. Dezember 2012

Scenes of a catholic life

Man sitzt freitag abend nach der Heiligen Messe mit einer Mitschwester beim Schwaben und sucht nach „etwas Kleinem“ zum Essen. Die Bedienung erscheint:
„Haben Sie auch Suppen?“
„Geschmelzte Maultasche in der Brühe!“
.oO(klingt gut)
Bei der Konsultation der gereichten Speisekarten:
Jungfrau No. #1: „Ach, das geht nicht, das ist ja…“
No. #2: „Es gibt auch vegetarische Maultaschen!“

Dialoge, wie sie nur unter Katholiken möglich sind – jede wußte sofort, was die andere meint. Fleischbrühe ist aber auch gemein: sieht nicht aus wie Fleisch, ist aber welches. (Es mag Tütensuppen geben, auf die womöglich nur der Schatten eines Rindes zwei Stunden eingewirkt hat. Trotzdem wollte ich die einmal am Karfreitag versehentlich gekochte schwäbische Flädlesuppe dann doch lieber nicht konsumieren.) – Wir haben dann Butterbrezeln gegessen. Damit war auch gleich das Fasten erfüllt, denn eine Viertelstunde später war ich wieder hungrig. :} Merke: nächstes Mal vegetarische Maultaschen ordern, auch wenn das Gegenüber eine Butterbrezel ißt.

Kommentare:

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Also gestern Freitagabend war schon Hochfest ... das dispensiert. ;-)

Admiral hat gesagt…

Ja, das kenn ich. Wir haben Freitags immer unseren Katechismus-Lesekurs. Nachher geht's immer in die nächste Lokalität.

Es reicht immer nur zu Pizza Margaritha. Dabei haben die sooooooooo tolle gebratene Chorizo.

Braut des Lammes hat gesagt…

Daran, daß gestern ab der ersten Vesper Hochfest war, hab ich niedrigerweise sogar gedacht, allerdings hat sich die Sache in der Woche davor abgespielt.

Was Chorizo sind, muß ich erstmal googeln.

Gorgasal hat gesagt…

Was ist daran niedrig, sich an ein Hochfest zu erinnern? ;-)

Braut des Lammes hat gesagt…

Daran ist an sich gar nichts niedrig, danke für all die goldenen Brücken. ;) Etwas abgeflacht fand ich, daß es dieses Jahr eines der ersten Dinge war, die mir zum Hochfest eingefallen sind.

Eugenie Roth hat gesagt…

Was man in der Gastwirtschaft ißt - das ist man zu Gast und kann offiziell alles essen, was auf der Speisekarte steht. Früher, als das noch strenger im Volke bedacht wurde, ist ein Bauer jeden Freitag mit dem Ochsengespann ins Nachbardorf gefahren, um dort im Gasthaus sein geliebtes Fleisch essen zu können !!! - Was der wohl vom Glauben verstanden hat? -
Zu Hause habe ich kein Problem mit der freitäglichen Suppe, da steht nur Gemüsebrühe im Schrank.

Braut des Lammes hat gesagt…

So lege ich das Abstinenzgebot für mich nicht aus, ansonsten bräuchte man ja nur dafür zu sorgen, zur rechten Zeit immer ins Wirtshaus zu gehen, möglichst freitags. Meines Wissens gilt das auf Reisen und „am fremden Tisch“, wo man dem Gastgeber nicht durch Sonderwünsche zur Last fallen soll. Im Wirtshaus dagegen ist es ja ohne weiteres möglich, etwas Fleischloses zu bestellen.


In einem etwas drolligen Moment hatte ich allerdings mal mit einer Mitschwester überlegt, ob man in einer so großen Stadt nicht das Freitagsgebot dadurch unterlaufen könnte, daß man an jedem Freitag, an dem das möglich ist, in einer anderen Kirche deren Patrozinium (mithin ein Hochfest) mitfeiert. Natürlich geht das nicht so, aber die Idee ist interessant.

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