Donnerstag, 13. Dezember 2012

zum Fest der hl. Lucia

Leben und Martyrium der hl. Lucia,
Quirizio da Murano, um 1462


Heilige Lucia, du Braut des Herrn! Weil du standhaft bliebst, hast du das Leben gewonnen. Den Reichtum dieser Welt hast du verachtet und durch dein Blut den Feind besiegt. Nun strahlt dein Licht inmitten der Engel. (Antiphon zum Magnificat)
Heute ist der Gedenktag der heiligen Jungfrau und Märtyrin Lucia, die im Kanon des ersten Hochgebets genannt wird.

Das Bildnis Quirizio da Muranos in Venedig zeigt Ereignisse aus dem Leben der Heiligen, wie ihr Gebet am Grab der heiligen Jungfrau Agatha von Catania – ebenfalls eine sizilianische Jungfrau und Märtyrin –, die Zurückweisung eines irdischen Bräutigams um Christi willen, wie die Heilige so schwer wurde, daß man sie selbst mit einem Ochsengespann nicht von der Stelle bewegen konnte und natürlich ihr Martyrium. In der Benedictus-Antiphon des Festes hören wir: Ich habe keinem anderen geopfert als dem lebendigen Gott. Nun, da mir nichts mehr geblieben ist, bringe ich mich selbst zum Opfer dar.

Für alle, die sich fragen, was die hl. Lucia eigentlich in Schweden macht, wo sie doch im sizilianischen Syrakus (einer in der Antike mächtigen Stadt) gelebt und das Martyrium erlitten hat: dies geht auf ein Wunder zurück, demzufolge die Heilige einer schwedischen Gutsfrau namens Lucia, die am Fest der Heiligen geboren wurde, in einer schweren Not zur Hilfe kam.
Der irdische Leib der Heiligen, der Hunderte von Jahren in der engen Grabkammer in Syrakusas Katakomben geruht hatte, erfüllte sich mit einem Male mit lebendigem Geist, nahm seine Schönheit und den Gebrauch seiner Glieder wieder an, hüllte sich in ein Kleid, aus Sternenlicht gewoben, und begab sich wiederum in jene Welt hinaus, wo sie einst gelitten und geliebt hatte.
Dabei brachte sie netterweise eine Kupferkanne mit einem „labenden Trank“ ins schwedische Värmland mit. Darauf geht sicherlich das alte Brauchtum in Schweden (und bei den amerikanischen Auswanderern schwedischer Abkunft) zurück, daß morgens eine kleine Lucia die anderen im Haus mit einem Tablett mit Kuchen und einem warmen Getränk aufweckt. Hier ist ein Rezept für einen Luciakranz zum Aufessen:


Luciakranz

für den Teig:
1 1/2 Tassen Milch
2 Päckchen Trockenhefe
1/4 Tasse Zucker
6 Eßlöffel Butter,
2 große Eier
1/4 Tasse Orangensaft
1 Teelöffel geriebene Orangenschale
1 Teelöffel Salz
 

6 Tassen Mehl


fürs Glasieren und Garnieren:
2 1/2 Tassen Puderzucker
etwa 3 Eßlöffel Orangensaft
1/3 Tasse Rosinen oder Cranberries
Kerzen


Die Milch erwärmen und davon eine halbe Tasse  in eine große Schüssel geben. Die Hefe und einen Eßlöffel Zucker zugeben und fünf Minuten gehen lassen. Zwischenzeitlich die Butter schmelzen und in die verbliebene Milch geben. Die Butter-Milch-Mischung zur Hefemischung geben, die Eier, den Saft, eine Vierteltasse Zucker, Orangenschale und Salz hineingeben.

Das Mehl tassenweise unterrühren, bis sich der Teig zu einem Ball formen läßt. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zehn Minuten lang kneten und nochmals Mehl zugeben und solange kneten, bis er nicht mehr an den Händen kleben bleibt. Den Teil in einer eingefetteten Schüssel bedeckt stehen und an etwa anderthalb Stunden gehen lassen, bis er etwa die doppelte Größe erreicht hat. In drei gleiche Teile teilen und jeden Teil zu einer etwa 75 cm langen Rolle formen und die Rollen miteinander verflechten. Auf einem eingefetteten Backblech anordnen, die Enden miteinander verbinden und nochmals eine dreiviertel Stunde aufgehen lassen. Den Backofen auf etwa 190 °C vorheizen und den Kranz 25 Minuten backen, bis er goldbraun ist, danach auf einem Kuchenrost eine halbe Stunde abkühlen lassen.

Für die Glasur den Puderzucker mit dem Orangensaft gleichmäßig verrühren. Diese Glasur über den Kranz tropfen lassen und dann mit den Rosinen oder Cranberries garnieren; die Kerzen aufstecken.

Kommentare:

jeannedarc hat gesagt…

Boah, sieht das lecker aus!! ich liebe Hefeteiggebäcke!! Schade dass die Zubereitung mit der Hefe etwas difficil ist.

Und nicht zu vergessen: nächsten Mittwoch ist Quatember!!

Braut des Lammes hat gesagt…

Zum Quatember hatte ich englische Rezepte, bis es mir zu anstrengend wurde, zwei verschiederlei Unzenmaße jeweils in Gramm oder Milliliter zu übertragen, wobei erst noch die Preisfrage ist, ob britische oder amerikanische Unzen gemeint waren. Mit einem entsprechenden Meßbecher ist das irgendwie einfacher. Ich hab aber ein lustiges mittelalterliches Rezept.

Wie meinst du das mit "diffizil" bei Hefe, Jeanne?

jeannedarc hat gesagt…

Diffizil- also, ich nehme meistens richtige Hefe und da kann es schon mal vorkommen, wenn der Teig zu kalt ist oder Zugluft bekommt, dass das Ganze in sich zusammenfällt. Ist mir zumindest schon mal passiert und so habe ich vor der Zubereitung von Hefeteig etwas Respekt.

L.G.

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