Freitag, 7. Dezember 2012

Ein Komet zieht auf

Der Komet von 1680 am Nachthimmel von Rotterdam
Für Sternguckereien kann ich mich ja begeistern. So freue ich mich jetzt schon auf Weihnachten 2013, denn für dieses Fest ist das Heraufziehen eines großen Kometen mit besonders prächtigem Schweif angesagt, passend zum Festgeheimnis. Ende September haben Vitali Nevski aus Weißrußland und der Russe Artyom Novichonok diesen Kometen entdeckt.

Noch ist C/2012 S1 (ich hoffe, die Astronomie denkt sich noch einen griffigeren Namen aus), der wohl aus der Oortschen Wolke am Rande des Sonnensystems kommt, auf seinem Weg ins Innere des Universums ziemlich weit von der Sonne entfernt. Bis zum September 2013 wird er sich dank seiner Geschwindigkeit von über 500 km pro Sekunde ihr soweit genähert haben, daß man ihn mit Fernrohren bereits erkennen kann. Ende Januar verläßt uns der Komet voraussichtlich dann wieder, auf immer.

Kometen sind schwer einzuschätzen – so könnte der Komet auch in die Sonne stürzen – bereits jetzt aber sprechen die Astronomen von einem Ereignis once in a civilisation und vom spektakulärsten Anblick seit Menschengedenken; der Komet soll am Nachthimmel heller erscheinen als der Vollmond.

C/2012 S1 zieht am Punkt seiner größten Annäherung in einer Entfernung von 1,8 Millionen Kilometern an der Sonne vorüber und kommt dabei zugleich der Erde recht nahe, was aller Voraussicht nach zu der Bildung eines besonders prächtigen Schweifes führt.

Er wird mit dem großen Kometen von 1680 verglichen, der sogar am Taghimmel zu sehen war und etwa die Bewohner der Insel Manhattan abwechselnd in Ehrfurcht, Angst und Schrecken versetzte, indem er einen Blick auf den Himmel bot, such as has seldom greeted human eyes – woraufhin die Provinz New York einen Tag des Fastens und der Buße ausrief. Ob das heute wohl noch möglich wäre?
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Das kleine Bild zeigt die Ankündigung der astronomischen Beobachtungen des Jesuiten P. Eusebio Francisco Kino am großen Kometen von 1680 in Cadiz  – mit Mondsichelmadonna!

Kommentare:

F. M. hat gesagt…

Wird für alle Kometen-Begeisterten ein Fest! Aber ... der Stern von Bethlehem war wahrscheinlich gar kein Komet. Das hat sich der Maler Giotto erst vor ein paar Jahren auf seinen Bildern einfallen lassen. Der Stern von Bethlehem war wahrscheinlich eine grosse Konjunktion, also ein Zusammentreffen der grossen Planeten Jupiter und Saturn, vielleich sogar mit einem weiteren Planeten dabei. Da gibts verschiedene Möglichkeiten, weil das öfter vorkommt, als ein spektakulärer Komet, der natürlich einen riesen Schau ist, besonders wenn er, wie vor ein paar Jahren Yakutake, den halben Himmel füllt. Aber die Vorfreude machts natürlich aus! Ich werde meine Teleskope bereit halten.

Braut des Lammes hat gesagt…

Es mag sein, daß der Stern von Bethlehem kein Komet war – die Fachwelt diskutiert noch, chinesische Astronomen haben einen, allerdings unbedeutenderen - im passenden Zeitraum beobachtet.

In der Ikonographie – bis hin zu Filmen wie Ben Hur – und in der Tradition wird jedoch immer das Bild des Sterns verwendet, wohl auch, weil es zum Bild des Morgensterns paßt, daher schrieb ich „passend zum Festgeheimnis“. Ich bin jedenfalls gespannt.

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