Montag, 31. Dezember 2012

Deo gratias!

Nach einer grade überstandenen Bronchitis ist ein Pontifikalamt zum Jahresschluß doch ein ganz klein wenig anstrengend, finde ich. Allerdings ist es ohne allzugroße Schusseligkeiten vorübergegangen und ich bin auch nicht spiralförmig mit dem Leuchter zu Boden gesunken wie beinahe in der Christmette beim Evangelium (mir war viel zu warm).

Seit letztem Jahr haben wir statt der Jahresschlußandacht ein Pontifikalamt, leider ist der Veränderung die feierliche Aussetzung des Allerheiligsten, die wir in der Andacht immer hatten, zum Opfer gefallen, schade. Ich fand es immer sehr schön, am Ende des Jahres vor dem Allerheiligsten die Litanei zu Christus dem König zu singen und den sakramentalen Segen zu empfangen. Nun ja, man kann offenbar nicht alles haben.

An sich bedeutet das Ende des bürgerlichen Jahres für den Christen wenig, jedenfalls nichts Liturgisches. Es ist der letzte Tag der Weihnachtswoche und der Vorabend des Hochfestes unserer lieben Frau, mit der alle unsere kalendarischen Jahre beginnen (das wiederum ist schön). Ich habe erlebt, wie der Jahreswechsel in Klöstern nahezu unbemerkt vorüberging – nachts stand eine Schwester auf und läutete vom Turm die Glocke, dabei hat sie wohl auch etwas vom Feuerwerk gesehen, der Rest lag in den Zellen und schlief den Schlaf der Gerechten.

Nichtsdestoweniger gerät man oft naturgemäß in die Stimmung, über das „Geheimnis der Zeit“ nachzudenken[1], über das, was im vergangenen Jahr gut lief und was vielleicht richtig schlecht, über unerwartete Freuden – daß mir jemand gerade noch in der Sakristei sehr nette Worte über das Blog gesagt hat, war eine solch unerwartete kleine Freude –, über die kleinen und vielleicht auch größeren Mißerfolge, über Verluste an den Tod. Irgendwann kommt sicher auch das Jahr, an dem nicht mehr ich an die denke, die unterm Jahr gestorben sind, sondern in dem ich nicht mehr dabei bin und andere vielleicht an mich denken werden. Dem Herrn zu danken für alles was einem im vergangenen Jahr an Schwerem und an Gutem widerfahren ist, ist eine schöne Art, das Jahr zu beenden.  Er ist der Weg, auf dem wir gehn, die Wahrheit, der wir trauen. Auf diesem Weg und in dieser Wahrheit kann ich auch voll Zuversicht in das neue Jahr gehen.
Dem Herrn, der Tag und Jahr geschenkt,
der unser Leben trägt und lenkt,
sei Dank und Lob gesungen.
_____
[1] und sei es, daß der Zelebrant darüber spricht. Daß man Predigten besser nicht zu wörtlich nimmt, hab ich in einem kicherigen Moment in der Christmette gemerkt. Der Kardinal predigte: „Wir dürfen die Hände nicht in den Schoß legen.“ In diesem Moment sahen alle Ministranten auf ihre Hände, die sie artig gefaltet oder zusammengelegt im Schoß liegen hatten.

Kommentare:

Admiral hat gesagt…

Alles Gute auch von mir.

Thomas Sebbel hat gesagt…

ein frohes gesegnetes neues Jahr

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Eigentlich wäre es ja kein Problem, auch nach einem Pontifikalamt eine kurze Aussetzung zu halten ... aber das scheint heute alles irgendwie nicht mehr gewollt, habe ich manchmal den Eindruck ...

Gutes (und hustenfreies) neues Jahr!

Braut des Lammes hat gesagt…

Ja, den Eindruck habe ich manchmal leider auch schwerstens… Vielleicht schreib ich noch was drüber.

Danke für die guten Wünsche, dir ebenfalls! Ich hatte überlegt, ob Blasius für Bronchitis auch zuständig wäre, ich glaub aber nicht.

Admiral hat gesagt…

Also, Blasius bei Halskrankheiten. Im Zweifel würde ich Bronchitis wegen des Hustens dazu zählen (wir wollen ja nicht zu kleinlich sein). Gute Besserung.

Braut des Lammes hat gesagt…

Danke! Ich bin noch konstant schlapp, das Schlimmste ist aber offenbar vorbei. Wegen des Blasius hatte ich mich so vorsichtig geäußert, weil ich den Blasiussegen bisher immer als äußerst wirkungsvoll empfunden habe. Nach dem oder der Schutzheiligen für Asthmatiker suche ich noch.

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