Sonntag, 4. November 2012

Schreiende Steine – zum Fest des sel. Bernhard Lichtenberg

Grab des Seligen in der Unterkirche der Kathedrale
Meister, bring deine Jünger zum Schweigen! Er aber erwiderte ihnen: Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien! (Lk 19,39)

Morgen, am 5. November, feiert die Kathedrale das Fest „ihres“ Seligen, des seligen Bernhard Lichtenberg, der in der Kathedrale natürlich besonders verehrt wird, da er ja ihr Dompropst war. Der Dompropst der Kathedrale trägt das Amtszeichen des Seligen (ich hatte mehrere Male Gelegenheit, es mir ganz aus der Nähe anzusehen).

Wer war Bernhard Lichtenberg? Ein Mann, der lieber Verfolgung und Tod erlitt, als Gottes Gebot und seinem priesterlichen Gewissen zuwiderzuhandeln. Der sel. Bernhard erkannte das Handeln der Nationalsozialisten als direkt gegen das Hauptgebot des Christentums gerichtet: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Die Machthaber verurteilten ihn wegen seines unerschrockenen Handelns zu zwei Jahren Zuchthaus. Da er sich nicht brechen ließ (was man ihm als „Unbelehrbarkeit“ anlastete), wurde er nach Verbüßung der Haft nicht freigelassen, sondern ins Konzentrationslager Dachau abtransportiert. Er sollte es nie erreichen, denn wegen seines schlechten Gesundheitszustandes und den Strapazen des Sammeltransportes in einem Viehwaggon starb er am 5. November 1943 in Hof und erlangte so die Palme der Märtyrer.

Stolperstein des Seligen –
(demnächst gehe ich da
 mit Putzmittel hin…)
Wir hoffen, daß der Selige bald „unser Heiliger“ sein wird, denn in diesem Jahr wurden ein Postulator für das Heiligsprechungsverfahren Bernhard Lichtenbergs bestimmt (ein Postulator ist in einem solchen Verfahren eine Art Anwalt) und die Gläubigen zum besonderen Gebet dafür aufgerufen. So beginnen wir morgen eine Novene in diesem Anliegen (täglich vor der Abendmesse), auf daß „der selige Lichtenberg endlich von der ganzen Kirche als das anerkannt und verehrt werden kann, was er für viele Gläubige schon längst ist: ein Heiliger – ein Vorbild, Fürsprecher und Nothelfer.“ Israel nennt den seligen Bernhard einen Gerechten unter den Völkern.

Am Abend, zugleich der Vorabend des Hochfestes des Weihetags der Kathedrale, begehen wir die Heilige Messe zum Fest des seligen Berhard in den blutroten Paramenten der Märtyrer, in gewisser Weise sehr angemessen, denn das Zeugnis der Märtyrer ist der Grund, auf dem die Kirche sich erhebt.

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