Mittwoch, 21. November 2012

Jerusalem, du starke Stadt – Gedenktag unserer lieben Frau

Darstellung der Jungfrau Maria im Tempel (Tizian, um 1538)
Ich finde die Gloriole und das blaue Kleidchen gar zu schön.
Jerusalem, du starke Stadt, Friede wohne in deinen Mauern – diese Antiphon aus dem Stundengebet ist wohl zu allen Zeiten sehnsüchtig gesungen worden, denn sie ist seit vielen Jahrhunderten nicht nur Lobpreis, sondern auch Fürbitte. Sie ist den Worten des 122. Psalms entnommen: Erbittet für Jerusalem Frieden! Wer dich liebt, sei in dir geborgen. Friede wohne in deinen Mauern, in deinen Häusern Geborgenheit.

Jerusalem ist, wie der Psalmist sagt, das Haus des Herrn, dicht gebaut und fest gefügt. Hier erwirkte uns Christus das Heil, in dem er sein Blut für uns vergoß. Wann wird man von den Mauern Jerusalems sagen können, daß Frieden in ihnen herrsche? Grund genug, es unablässig von Gott zu erbitten und seine Mutter um Fürsprache anzurufen, unsere liebe Frau in Jerusalem, deren Gedenktag wir heute feiern.

Der Gedenktag wird auch Darstellung Mariens im Tempel genannt, ein Gegenstück zur Darstellung des Herrn im Tempel. Von der Darstellung Mariens im Tempel berichtet das Protoevangelium des Jakobus. Maria wurde nicht nur im Tempel „dargestellt“, sie wurde auch selbst zum Tempel, der den Herrn beherbergt, eine Art Tabernakel, wie Jerusalem eine Art Tabernakel unter den Städten war, denn die Stadt war der Wohnsitz des Königs, ein Ort des Lobpreises, zu dem die Stämme hinaufziehen – die Stadt Gottes unter den Menschen. Die lauretanische Litanei nennt Maria darum ein Gefäß, einen Kelch: vas spirituale, vas honorabile, vas insigne devotionis – geistliches Gefäß, ehrwürdiges Gefäß, vortreffliches Gefäß der Andacht.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Jerushalaim hat die Stärke auch ganz dringend nötig. Es liegt jetzt in Reichweite Palästinensischer Raketen, die in Gaza abgefeuert werden.

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