Donnerstag, 1. November 2012

Ich strebe danach, es zu ergreifen – zum Hochfest Allerheiligen

Allerheiligen ist ein wunderbares Fest und mir besonders lieb, denn es bietet uns eine Vorschau auf den Himmel und stellt uns unmittelbar das vor Augen, von dem wir täglich im Sanctus singen: Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit.

In der Feier seiner Heiligen wird Christus selbst verherrlicht. Der Himmel wie die Heiligkeit sind nicht fern und unerreichbar, Himmel und Erde sind eins, eine Gemeinschaft, die Heiligen, die in der Vollendung sind, wie wir, die wir auf dem Weg dorthin sind – eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen, die niemand zählen kann, wie es in der Lesung aus der Offenbarung heißt.

Bedenkt man, daß allein Papst Johannes Paul II. 483 Menschen heilig- und über 1300 seliggesprochen und darüber hinaus Gott unabsehbar viele geheiligt hat, von denen wir nichts wissen, wird deutlich, daß Heiligkeit unter uns ist, daß Gott uns heilig machen kann, wenn wir es nur zulassen und wollen. Das hat bereits der Apostel klar erkannt, wenn er ausspricht: Ich bilde mir nicht ein, daß ich es schon ergriffen hätte, aber ich strebe danach, es zu ergreifen. Heiligkeit besteht für die meisten von uns – das heißt, für die, die nicht Blutzeugen werden – darin, jeden Tag immer wieder aufs Neue zu versuchen, es zu ergreifen. So verstehe ich den hl. Antonius, wenn er sagt: Jeden Morgen sage ich zu mir, heute fange ich an.

Allerheiligen wurde ursprünglich in der freudigen Osterzeit gefeiert, höchst angemessen, denn es steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Geschenk der Taufe und der Erneuerung des Taufbekenntnisses in der Osternacht. An Allerheiligen haben wir Gelegenheit, Gott zu danken für das Geschenk der Taufe, das Geschenk des Glaubens und das, was der Glaube aus einem Menschen machen kann. Allerheiligen ist das wahre Erntedankfest der Kirche, ganz erfüllt vom goldenen Glanz und Licht des Antlitzes Christi.

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