Donnerstag, 22. November 2012

Deine Liebe allein… – zum Fest der hl. Cäcilia


Deine Liebe allein kann das Feuer der Liebe entfachen, deine Gnade allein das gute Wollen erhalten, und allein deine Macht die Beharrlichkeit schenken. Alle Völker hast du mit deiner Gnade beschenkt und aus ihnen die Kinder des Neuen Bundes erwählt, zahllos wie die Sterne des Himmels. Sie sind nicht gezeugt aus dem Blute und nicht aus dem Willen des Fleisches, sondern sie sind geboren aus deinem Geiste. Vielfältig sind die Gaben, die sie aus deiner Fülle empfangen; erhaben ist die Berufung zum jungfräulichen Leben, die du manchen von ihnen gegeben hast. Obwohl sie die Würde des Ehebundes, den du gesegnet hast, erkennen, verzichten sie dennoch auf das Glück einer Ehe; denn sie suchen einzig, was das Sakrament der Ehe bedeutet: die Verbindung Christi mit seiner Kirche. Die Jungfräulichkeit um Christi willen erkennt in dir, o Gott, ihren Ursprung, sie verlangt nach dem Leben, das den Engeln eigen ist und sehnt sich nach der Vermählung mit Christus. Er ist der Sohn der jungfräulichen Mutter und der Bräutigam derer, die im Stand der Jungfräulichkeit leben. (aus dem Weihegebet der Kirche bei der Consecratio Virginum)

„Seht den Leib der überaus heiligen Jungfrau Cäcilia,
den ich selbst unverwest im Grabe liegen sah.
Ich schuf aus Marmor das Bildnis dieser Heiligen
in genau derselben Haltung.“
Der Name der hl. Cäcilia ist der erste Stern, der am winterlichen Himmel der jungfräulichen Märtyrinnen aufgeht: Cäcilia, Lucia, Anastasia, Agnes, Agatha. Über Jahrhunderte hinweg wurde ihr Name in jeder hl. Messe der Kirche genannt, und so hoffe ich, daß der Zelebrant heute abend das erste Hochgebet nimmt.

Die Lesung und das Evangelium stellen uns die Berufung der Jungfrauen in der Kirche vor Augen: wachend und betend den Bräutigam erwarten. Sie folgen dem Lamm, wohin es geht und singen zu seiner Herrlichkeit das Lied, das kein anderer singen kann.

Die Marmorstatue Stefano Madernos vor dem Hauptaltar der Kirche Sta. Cecilia in Trastevere zeigt den unverwesten Leib der Heiligen in derselben Haltung, wie der Bildhauer ihn nach der Wiederauffindung der Reliquien 1599 gesehen hat. Der Hals zeigt tiefe Wunden, mehrere Finger sind ausgestreckt und scheinen in ihrem Martyrium auf etwas hinzudeuten: seht, der Bräutigam kommt.

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