Freitag, 30. November 2012

Das Kreuz des hl. Andreas

In den Worten des Evangeliums über den Apostel Andreas bleiben die Worte im Gedächtnis: Und er führte ihn zu Christus. Auf diese Weise wurde der Heilige nicht nur zum Sinnbild der Evangelisation überhaupt – den anderen zu Christus führen –, sondern er führt und verweist, wenn man sein Leben und Sterben betrachtet, auch unmittelbar mit dem eigenen Leib auf Christus. Indem er das Kreuz selbst umfaßt, weist er auf den hin, der es zum Heil der Menschheit umfaßt und getragen hat.

Der Benediktiner Dom Mark Kirby von Vultus Christi, dessen Konvent am Fest Mariä Lichtmeß von Tulsa nach Irland gekommen ist, hat eine sehr schöne Betrachtung über den hl. Andreas geschrieben in der er ausführt, daß, wie das Kreuz des hl. Andreas eine andere Form hatte als das des Herrn, das Kreuz eines jeden von uns anders geformt sein mag als das Kreuz Christi:
Äußerlich haben unsere Kreuze nicht die Form des Kreuzes Christi. Der Glaube jedoch sieht in ihnen ein Mittel der Übergabe unserer selbst an Gott. Das Kreuz der Krankheit kann ein Mittel der Gottesbegegnung sein, vorausgesetzt, sie wird als solches erkannt und angenommen. Die Kreuze der Schwäche, des Versagens, der Einsamkeit, Depression und des Verlusts können uns Sakramente der Begegnung mit Gott sein. Das Kreuz erlaubt uns, Gott als den Erlöser aus all unserem Scheitern zu sehen, den Gefährten der Einsamen, den Tröster der Niedergedrückten, den Schatz derer, die einen Verlust erlitten haben. Außer dem Kreuz gibt es keinen Weg, die heilende Gnade Gottes zu erfahren, keinen, die Süße seiner Liebe in der Bitterkeit noch einen, der aus der Dunkelheit in sein wunderbares Licht führt.
Das Commune sanctorum meines Schotts beginnt übrigens mit der Vigil des hl. Andreas. Auch er ist also ein echt adventlicher Heiliger, indem er darauf verweist, daß im Kreuz nicht das Ende, sondern der Anfang liegt. Es mag sein, daß man aus diesem Grund in der Ikonographie neben den charakteristischen Andreaskreuzdarstellungen auch solche findet, in der der Heilige mit seinem Kreuz zu Füßen der Gottesmutter mit dem Kind steht oder kniet, denn in ihr und dem Kind das sie trägt, liegen Anfang und Fülle unserer Erlösung.

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