Donnerstag, 8. November 2012

Auch die Finsternis wäre für dich nicht finster – zum Fest aller Märtyrer des Erzbistums


Würde ich sagen: Finsternis soll mich bedecken, statt Licht soll Nacht mich umgeben, auch die Finsternis wäre für dich nicht finster, die Nacht würde leuchten wie der Tag, die Finsternis wäre wie Licht. (Ps. 139, 9-10)

Zwischen den beiden Märtyrerfesten des sel. Bernhard Lichtenberg und dem Fest aller Märtyrer des Bistums Berlin wird das Weihefest der Kathedralkirche unseres Bistums gefeiert, eine glückliche Verbindung, wie ich finde, denn zu allen Zeiten haben sich die Altäre der Kirche über den Gräbern und Reliquien ihrer heiligen Märtyrer erhoben – und immer noch speist das Blut der Märtyrer das Leben der Kirche. Seit Stephanus hat sich wenig geändert.

Manche fragen, wo war da Gott oder auch, wo ist Gott in Zeiten der Finsternis? Ich finde es schmerzlich, wenn gelegentlich von „gottlosen“ Städten, ganzen Gegenden oder gar gottlosen Zeiten die Rede ist. Kein Ort, keine Zeit ist jemals gottlos. Gott ist immer da, bei denen, die Unrecht leiden, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes. Und empfände der in der Finsternis Gott auch als fern, so wäre Gott doch ganz nah bei ihm.

Stephanus sieht den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen, ein Ausruf, der seine Peiniger so sehr erbost, daß sie sich auf ihn stürzen und ihn steinigen.

Papst Benedikt nennt das Sterben eines Märtyers eine Form der Eucharistie, das heißt, der Danksagung, des Lobes. Im Sterben wird er dem gleich, der sich selbst zur Speise darreicht, der selbst hinabgestiegen ist in die Finsternis und den Schrecken des Todes.
Christus ist in die „Hölle“ hinabgestiegen, und so ist er bei dem, der dorthin geworfen wird, da und macht ihm die Finsternis zu Licht. Das Leid, die Qualen bleiben furchtbar und nahezu unerträglich. Aber der Stern der Hoffnung ist aufgegangen – der Anker des Herzens reicht bis zum Thron Gottes. Nicht das Böse wird im Menschen entbunden, sondern das Licht siegt: Leid wird – ohne aufzuhören, Leid zu sein – dennoch zu Lobgesang. (aus der Enzyklika Spe salvi)

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