Samstag, 20. Oktober 2012

Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke? − zum Fest der hll. Märtyrer Nordamerikas

Die hll. Märtyrer Nordamerikas.
P. de Brébeuf zeigte bei seinem Martyrium
 so wenig Furcht, daß die Irokesen ihm das Herz
herausschnitten und es aßen,
in der Hoffnung, so seinen Mut zu gewinnen.
Gestern war das Fest der hll. Märtyrer Nordamerikas, der hll. Johannes de Brébeuf, Isaak Jogues und ihrer Gefährten, nur zwei Tage vor einem Ereignis, über das sich diese heiligen Märtyrer im Himmel sicher besonders innig freuen:

Morgen wird Papst Benedikt XVI. die selige Jungfrau Kateri Tekakwitha heiligsprechen, die man „die Lilie der Mohawk“ nennt und auf ihrem Grabstein „die schönste Blume, die je unter den Indianern erblühte“. Jetzt aber seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, durch Christus Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen. Durch die Hand der Irokesen starben einst diese heiligen Märtyrer, eine Angehörige dieses Stammes (die Mohawk gehören zu den Stämmen der Irokesen) wird nun in das Verzeichnis der Heiligen aufgenommen. Das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche.

Die erste Lesung des 29. Sonntags im Jahreskreis stellt uns den leidenden Gottesknecht vor Augen, eine Lesung, die wir am Karfreitag in der Liturgie des Leidens und Sterbens Christi hören. Mein Knecht, der gerechte, macht die vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. Beim Tagesevangelium habe ich an diese heiligen Märtyrer gedacht:
Jesus erwiderte: Ihr wißt nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind. (Mk 10, 38-40)
Ich glaube, diese heiligen Märtyrer werden an Christi Seite sitzen; ich glaube, daß der Platz zu Christi rechter und linker Seite all die unübersehbar vielen umfaßt, die den Kelch des Leidens mit ihm getrunken haben, nicht, um dieses Platzes willen, sondern aus Liebe zu ihm und seinem Evangelium, um im Sterben dem gleichförmig zu werden, den sie auf Erden so sehr liebten.
Darum also, mein geliebter Jesus, opfere ich dir in der Freude, die mich heftig bewegt, schon jetzt mein Blut, mein Leib und mein Leben. Wenn du mir die Gnade dazu gibst, möchte ich nur für dich sterben; denn du starbst auch für mich. Gib mir die Gnade, so zu leben, daß du mir auch die große Gabe schenkst, selig für dich zu sterben. So will ich denn, mein Gott und Heiland, aus deiner Hand den Kelch entgegennehmen und deinen Namen anrufen. Jesus, Jesus, Jesus!

Mein Gott, wie sehr schmerzt es mich, daß du nicht erkannt wirst, daß diese heidnische Gegend sich noch nicht ganz zu dir bekehrt hat und daß die Sünde hier noch nicht ausgerottet ist: Mein Gott, so hart auch die Qualen sind, welche die Gefangenen hierzulande erdulden müssen, so grausam auch die Wildheit ihrer Todesstrafen ist − sollten sie alle über mich hereinbrechen, so biete ich mich doch gerne für sie an und möchte sie alle erleiden. (aus den Niederschriften des hl. Jean de Brébeuf)

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