Dienstag, 23. Oktober 2012

Entzücken über die Schönheit der Schöpfung


Töricht waren von Natur alle Menschen, denen die Gotteserkenntnis fehlte. Sie hatten die Welt in ihrer Vollkommenheit vor Augen, ohne den wahrhaft Seienden erkennen zu können. Beim Anblick der Werke erkannten sie den Meister nicht, sondern hielten das Feuer, den Wind, die flüchtige Luft, den Kreis der Gestirne, die gewaltige Flut oder die Himmelsleuchten für weltbeherrschende Götter. Wenn sie diese, entzückt über ihre Schönheit, als Götter ansahen, dann hätten sie auch erkennen sollen, wie viel besser ihr Gebieter ist; denn der Urheber der Schönheit hat sie geschaffen. Und wenn sie über ihre Macht und ihre Kraft in Staunen gerieten, dann hätten sie auch erkennen sollen, wie viel mächtiger jener ist, der sie geschaffen hat; denn von der Größe und Schönheit der Geschöpfe läßt sich auf ihren Schöpfer schließen. Dennoch verdienen jene nur geringen Tadel. Vielleicht suchen sie Gott und wollen ihn finden, gehen aber dabei in die Irre. Sie verweilen bei der Erforschung seiner Werke und lassen sich durch den Augenschein täuschen; denn schön ist, was sie schauen. (Weish 13, 1-8)

Hier vergeht übrigens gerade ein solches Geschöpf in aller Schönheit: das Bild zeigt Hubbles Aufnahme der Supernova 1987A, etwa 163 000 Lichtjahre entfernt, in der großen Magellanschen Wolke. Bei dem Ereignis wird Material eines Ringes, der ungefähr 20 000 Jahre vor dem Vergehen des Sterns entstanden ist, erhitzt und beginnt zu glühen, ein Phänomen, das mit dem poetischen Beinamen cosmic pearls bezeichnet wird.

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