Montag, 15. Oktober 2012

Der Stern der hl. Teresa am Firmament der Kirche

das Herz der hl. Teresa wird durch den Anblick
des leidenden Christus zur Umkehr bewegt
Da gerade das Jahr des Glaubens angebrochen ist: mit diesem Glauben haben die Heiligen der Kirche ungeheuer viel zu tun. Dabei ist heilig sein oder heilig werden nicht etwas Fernes, Abstraktes oder auch Heldenhaftes, das irgendwo außerhalb unserer Reichweite schwebt, sondern das, was Gott aus uns machen will, wenn wir es nur zulassen.

Zum Hochfest der heiligen Teresa von Avila (ein Hochfest im Karmel) verweise ich gern noch einmal auf das August, zum 450. Jahrestag der teresianischen Reform veröffentlichte, wunderschöne Schreiben des Heiligen Vaters, Resplendens stella. Papst Benedikt nennt die Heilige dort – in Anlehnung eine ihrer Visionen – einen Stern, der großen Glanz verströmt. Auch nennt der Heilige Vater darin das geweihte Leben einen Schatz und Gnadenstrom und ruft dem Karmel überall auf der Welt zu:
Mögen Maria, der Stern der Evangelisierung, und ihr keuscher Bräutigam, der hl. Josef, dafür eintreten, daß die Kirche, der helle „Stern“, den der Herr durch die teresianische Reform ans Firmament gesetzt hat, weiterhin mit dem großem Glanz der Liebe und Wahrheit Christi die Menschheit erleuchte.
Dieser Stern am Himmel der Kirche hat in 450 Jahren nichts von seiner Strahlkraft verloren, immer noch zieht er die Herzen in den Karmel. Zu allen Zeiten beruft der Herr Frauen, ihm dort zu dienen, viele tun dies durch die Gnade eines langen Lebens in der Wüste des Klausur, andere durch die Art ihres Sterbens.

Zelle der hl. Teresa
Durch Zufall habe ich neulich den Nekrolog des kurzen Lebens einer Novizin im Karmel von Valladolid (eines der Klöster, die die hl. Teresa auf ihren Reisen selbst errichtet hat), gesehen, die mit sechsundzwanzig den Atlantik überquerte, weil Gott sie aus Mexiko in diesen Karmel rief, und die nach nur achtzehn Monaten im Karmel nach kurzer und sehr schwerer Krankheit starb. Im Angesicht des Todes konnte sie im Beisein der Kommunität noch die Profeß ablegen. Nach ihrem Eintritt hatte Sr. Maria Magdalena von der Eucharistie mehrmals den Wunsch geäußert, sich als Opfer, als Märtyrin, für die Seelen vor allem junger Menschen hinzugeben, so daß sie Jesus Christus und sein Evangelium kennenlernen möchten. Vielleicht hat Gott dieses Opfer angenommen, wie es in der Schrift heißt, als vollgültiges Opfer, das Gott im Schmelzofen erprobt hat und das beim Endgericht aufleuchten wird wie Stoppeln.

Ihre frühere Priorin, Mutter Olga Maria vom Erlöser, schreibt, zugleich niedergeschmettert durch den frühen Tod ihrer jungen Novizin und berührt durch den Hauch der Gnade:

 Es ist nicht einfach, etwas aus ihrem Leben zu berichten, da ihr Weg durch den Karmel einem Feuer glich, das kurz und heftig auflodert. In den achtzehn Monaten ihres geistlichen Lebens wurde sie von der Liebe verzehrt, als Opfer zur Ehre des Herzens Jesu Christi und für die Errettung aller Seelen.

Und, über den Tag ihres Todes:
Es war Freitag und fast die Stunde der Non. Als wir ihren Leichnam ansahen, betrachteten wir auch das Leiden, Sterben und die Auferstehung Christi, der einmal mehr das österliche Geheimnis in einer unserer Schwestern erneuert hatte. Es brachte ein unbeschreibliches Gefühl des Friedens und eines geheimen Glücks mit sich, an die freudige Begegnung mit dem Geliebten zu denken und daran, daß die heilige Jungfrau Sr. Magdalena nun in den Armen halten würde. Sr. Magdalena war bereits am Ziel angekommen, im Alter von 28 Jahren war sie vom Feuer der Liebe verzehrt worden.

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