Freitag, 7. September 2012

Sproß aus Isais Wurzel – zum Fest der Geburt Mariens



Heute gebiert die unfruchtbare Anna das Gotteskind, das aus allen Geschlechtern im voraus erwählt wurde zur Wohnung für den Allherrscher und Schöpfer, Christus, Gott, bevorzugt zur Erfüllung der göttlichen Heilsordnung, durch die wir Erdgeborene erneuert und umgewandelt werden vom Verderben zum ewigen Leben.

Heute hat sich Gott, der auf geistigen Thronen ruht, einen heiligen Thron auf Erden bereitet. Er, der in seiner Weisheit die Himmel fest gegründet, hat in seiner Menschenliebe einen lebendigen Himmel vorbereitet: Aus einer unfruchtbaren Wurzel ließ er uns einen Sproß voller Leben sprießen, seine Mutter. Gott der Wunder und Hoffnung der Hoffnungslosen, Herr, Ehre sei dir. (aus der byzantinischen Liturgie)

Eng verbunden mit der wunderbaren Antiphon O Radix Jesse, in der die Kirche ihre Stimme am 19. Dezember erhebt, ist das Fest der Geburt Mariens. Viele der alten Darstellungen der Wurzel Jesse zeigen Isai, den Vater Davids, wie schlafend in der Erde liegend, einem Samenkorn gleich, aus dem die Wurzel hervorgeht, die den ganzen Stamm des Hauses David trägt.

Der hl. Andreas von Kreta nennt das Fest der Geburt Mariens „den Beginn unserer Feste, das erste der Feste, die auf das Gesetz und die Schatten [des alten Testaments] zurückweisen, und zugleich das Tor zu den Festen, welche auf die Gnade und die Wahrheit hinweisen.“

Das Fest der Geburt Mariens weist auf das Gesetz und die Schatten zurück, da mit der Geburt Mariens die Wurzel Jesse jene Blüte hervorbringt, die als Frucht den Erlöser selbst bringt, den Sproß aus Isais Wurzel. So bezeichnen es die Kirchenväter auch als die Dämmerung unserer Erlösung.

Im 5. Jahrhundert errichtete die Gemeinde von Jerusalem an der Stelle, an der einst das Haus der Eltern Mariens gestanden haben soll, eine Kirche. Diese wiederum erhebt sich über einer Grotte, die als Geburtsort Marias verehrt wird. Seit dem 6. Jahrhundert feierte die byzantinische Liturgie am Patrozinium dieser der hl. Anna geweihten Kirche das Fest der Geburt Mariens; von dort fand das Fest ein Jahrhundert später Eingang in die Liturgie der Westkirche.
Dies ist der Tag des Herrn! Jubelt vor Freude, ihr Völker! Denn das Brautgemach des Lichts und das Buch des lebendigen Wortes ist hervorgegangen aus dem Mutterschoß. Die Pforte nach Osten, die da Gestalt annimmt, erwartet den Einzug des Hohenpriesters. Sie einzig, führte den Einzigen, Christus, in den Erdkreis ein zum Heil unserer Seelen.

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Bild: Mosaik Pietro Cavallis in der Apsis von Sta. Maria in Trastevere

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