Samstag, 15. September 2012

Flohmarktschätze

Da es grade um alte Rezepte ging – ich hab ein Kochbuch von 1913, das ist nicht nur eine Fundgrube, sondern auch ein wahrer Augenschmaus, schon wegen der schönen Ornamente und durchsichtigen Pergamentblätter über den farbigen Tafeln, die der Hausfrau über Form und Farbe der beliebtesten Süßwasserfische, zahmes Geflügel und dessen Zubereitung oder unsere gesündesten Gemüse Auskunft geben. „Wie man einen Hasen auszieht“ wollte ich immer schon mal schon nicht wissen.

Auch waltet darin die Hausfrau wohlfrisiert und mit der schönen Spitzenwäsche der Jahrhundertwende ihres Amtes, indem sie mit kundiger Hand ein gefülltes Brot oder eine Hohlform herstellt oder auch Maronen glasiert. Bevor ich mit dem ein oder anderen altertümlichen Rezept beginne, hier zur allgemeinen Erbauung das ganz reizende Vorsatzblatt:
Die tüchtige Hausfrau: ein praktisches Nachschlagebuch der gesamten Hauswirtschaft, Kochkunst, Putzmacherei, Hausschneiderei, Wäschenäherei, Kunststopferei, sämtlicher Handarbeiten, nebst nahezu 1000 erprobten Ratschlägen und einem neuen großen Kochlexikon für die sparsame Hausfrau.



Passend zur Jahreszeit und nicht ohne Situationskomik – also hier gilt es wirklich, genau hinzusehen! (Da aber der Kaiserling mittlerweile vom Aussterben bedroht ist, fällt die Entscheidung dann doch wieder leicht.)

___
Antonie Steimann, erschienen im Süddeutschen Verlagsinstitut Julius Müller, 1913.

Kommentare:

kalliopevorleserin hat gesagt…

Herrlich!
Wie meinst Du das übrigens mit dem Kaiserling - wenn der bedroht ist, entscheidet man sich halt für Fliegenpilz? ;-)

Braut des Lammes hat gesagt…

;) Eigentlich meinte ich, die Entscheidung sei dahingehend einfach, daß man einfach gar nichts sammelt, was so einen roten Hut mit Punkten drauf trägt.

kalliopevorleserin hat gesagt…

Vernünftig! Mir haben meine Eltern immer eingeschärft: Was du nicht genau kennst, lass stehen - oder tu es in eine Extratüte und nimm es zum Bestimmen mit.

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