Sonntag, 30. September 2012

Ruf der Wildnis − der Fuchs und das Mädchen

Aus reinem Zufall bin ich gestern auf den ganz wunderbaren Film Der Fuchs und das Mädchen des Franzosen Luc Jacquet aufmerksam geworden. (Der Film ist schon ein paar Jahre alt, aber, da ich  nicht mehr so oft ins Kino gehe, offenbar seinerzeit an mir vorübergegangen.) Es kann um das Gute im menschlichen Streben nicht so schlecht bestellt sein, solange der Mensch noch solches Schaffen hervorbringt.

Es fällt schwer, unter all den wunderschönen Bildern des Films überhaupt einige auszuwählen, aber mit dem Blick oben über das Tal in trauter Zweisamkeit hat die Geschichte mein Herz gewonnen. (Daß die Darstellerin des kleinen Mädchens rote Haare, Sommersprossen und eine niedliche Schneckenfrisur hat, war für mich nur das Tüpfelchen auf dem i.)

Die Geschichte des Films ist so einfach, daß ein Kind sie verstehen kann, und in der Tat ist es ja auch ein Kind, das die Geschichte erzählt: Ein Mädchen bemüht sich mit Beharrlichkeit und großer Geduld − manchmal auch Ungeduld − um die Freundschaft und das Zutrauen einer Füchsin und erlebt im Laufe einiger Jahreszeiten mit ihr manches Abenteuer. Der Wald, in dem die beiden einander immer wieder begegnen, hat etwas von einem Märchenwald an sich, sogar mit Wölfen und Bären darin. Herzzerreißend wird es, als das Kind in aller kindlichen Arglosigkeit dem Fuchs eine Leine anlegen und ihren eigenen „Bau“ zeigen möchte.




Wie Die große Stille, Grönings Film über die Kartäuser, ist der Fuchs und das Mädchen ein Film, dessen geradezu kontemplative Ruhe in den Bildern liegt, in der Schönheit des Lichts und der Jahreszeiten, die vor unseren Augen wechseln. Es ist eine mit großer Kraft erzählte Geschichte von Vertrauen und Liebe und darüber, daß man etwas, das man liebt, nicht gegen seinen Willen festhalten darf, weil es das, was sein innerstes Wesen ausmacht, in ihm zerstören würde.
 
der Traum

Kommentare:

Huppicke hat gesagt…

Ah, jetzt bedauere ich, dass ich mir den Film nicht aufgenommen habe. Das Mädchen auf dem Bild oben sieht von hinten genauso aus wie meine jüngere Tochter, die ist nur kleiner. Aber ihr wäre auch so ein Vorhaben zuzutrauen.

Solche Filme lassen mich ganz sehnsüchtig zurück. Herzzerreißend ist genau das richtige Wort.

Liebe Grüße
Huppicke

Braut des Lammes hat gesagt…

Sehnsucht - ja, Huppicke, mich auch. Vor allem geht mir hier ein solch tiefer Wald ab, obwohl hier vor kurzem tatsächlich ein rückkehrender Elch aufgetaucht ist.

Wenn deine Tochter so niedlich aussieht, dann gratuliere ich aber! :)

Lauda Sion hat gesagt…

Wie schön!! Kam gestern auch endlich in den Genuss.
"Liebe besitzt nicht und Liebe hält nicht fest"
Mit so einem Ende habe ich nicht gerechnet...
Danke für den Tipp :)

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