Samstag, 22. September 2012

364 Tage beten und ein Schweigemarsch – Marsch für das Leben 2012

eine Santa Lucia 
ist für den Anfang genau das richtige!
von der Santa Lucia zu den Holy fields…




derweil am Wegesrand: 
silly hats – ich bin ein Kuchen?!

der Marsch nimmt den Weg Unter den Linden

Gegendemo spielt Hase und Igel: 
ick bün all dor…
Dankgottesdienst für 3000 Teilnehmer 
drinnen und draußen – Deo gratias!
Der Marsch für das Leben in diesem Jahr war der vierte in Berlin und (wenn ich mich recht erinnere) der auch der vierte, bei dem ich mitgegangen bin. Erfreulicherweise ist die Zahl der Teilnehmer erneut gestiegen, so trugen in diesem Jahr etwa 3000 Teilnehmer das Anliegen auf die Straße, für das die Lesungen der Matutin heute morgen wie gemacht schienen: Höre Israel, die Gebote des Lebens; merkt auf, um Einsicht zu erlangen.

Die nur etwa hundert Gegendemonstranten kamen einem dagegen wirklich wie ein versprengtes Häuflein vor. Daß wir 3000 waren und sie 100, daß wir mit Stolz ein Kreuz, ein Muttergottesbild oder ein Transparent in die Hand nehmen, die Gegendemo sich dagegen vermummt oder auf Bildern verpixeln läßt, kommt mir einleuchtend vor: ich glaub, so radikal gegen das Leben einzutreten, mit Transparenten, die ein gekreuzigtes Schwein zeigen, und Parolen wie „Mein Bauch gehört Bier“[sic!] – wer kann sich denn mit sowas identifizieren, wer für so etwas ernsthaft eintreten?

Die frauenpolitische Sprecherin der Berliner Grünen, Killat, behauptete im Vorfeld des Marsches, die radikalen Abtreibungsgegner würden „alle Frauen als gewissenlos diffamieren, die eine schwierige und persönliche Entscheidung getroffen haben“. Ich möchte mal wissen, wo Frau Killat diesen Eindruck hernehmen will – ich hab noch nie gehört, daß jemand auch nur annähernd so etwas vorgetragen hätte. Im Gegenteil, man merkt die intensive Auseinandersetzung, bei einigen die große persönliche Betroffenheit mit den Anliegen und Schwierigkeiten der Frauen, auch und gerade nach einer Abtreibung. (Auch fragt Killat, wer außer der Mutter die Entscheidung über das Leben des Kindes denn treffen solle? Wie wär es denn mit: Gott?!) Mir erscheint die Äußerung von Präses Ansgar Hörstig viel sinnvoller und stimmiger:
Wir weisen darauf nicht besserwisserisch hin, sondern mitleidend. Und wenn der Marsch vorbei ist, folgen 364 Tage, an denen wir helfen, beten, unterstützen und an der Seite der betroffenen Menschen stehen.
Fazit: der Marsch verlief sehr friedlich und nahezu ohne Störung. Dabei und drumherum gibt es auch immer wieder Raum für schöne Begegnungen mit Menschen von überallher und aus allen Konfessionen. Unsere eigenen Bischöfe hab ich dieses Jahr allerdings vermißt; auch wenn ein Grußwort gekommen ist: es ist doch schön, wenn der Hirt die Herde geleitet. Und: es gibt nicht mehr genug Kreuze für die Teilnehmer, gerade das Zeichen des Kreuzes hat aber das Bild dieser Demonstration für das Leben in den vergangenen Jahren entscheidend mitgeprägt.

Am besten bring ich mir im nächsten Jahr ein eigenes Kreuz mit. Wir waren ein wenig geknickt, als unmittelbar vor uns die Kreuze „ausgegangen“ sind. Als ich dann darauf kam, das Kreuz meines Rosenkranzes in die Hand zu nehmen, hab ich mich gleich ein gutes Stück besser gefühlt.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

... und sie 100,...

Also ich weiss ja nicht wie alt Sie sind, aber ich habe die Demonstrationen in den siebzigern für eine Änderung der Abtreibungsgesetze miterlebt. Das war kein versprengtes Häuflein! das war ein Sturm, der zur heutigen Fassung des Paragrafen 218 geführt hat. Keine Regierung, die länger als sechs Monate im Amt sein wollte, hätte nur im entferntesten gewagt, sich diesem Sturm entgegen zu stellen.

Was ist die Folgerung daraus? Die Dreitausend, wenn es überhaupt so viele waren, sind angesichts der Lage ein versprengtes Häuflein nund weit entfernt von einem "Sturm" wie er damals gegen die Konservativen wütete, um den Paragrafen 218 zu liberalisieren. Also wenn die "Gerechten" es schaffen, so einen Sturm im Volk entstehen zu lassen, dann könnte eine massive Verschärfung des Abtreibungsrechtes, wie in Nicaragua auch mit allen Konsequenzen, errreicht werden. Bis zum Bundesverfassungsgericht. Das würde eine Nicaragua-Regelung des Paragrafen 218 sofort wieder kippen.

KingBear hat gesagt…

Sehr schön dargestellt. Für mich war's die erste Teilnahme am Marsch für das Leben, und ich bin ausgesprochen froh, dass ich dabei war. Schön auch, dass wir uns bei dieser Gelegenheit mal persönlich begegnet sind...

Braut des Lammes hat gesagt…

@Kingbear: ja, das fand ich auch :)

Braut des Lammes hat gesagt…

Man sollte hier allerdings nicht Äpfel mit Birnen vermischen: ich habe die Teilnehmerzahl des Marsches für das Leben und der Gegendemo gegenübergestellt und in Relation zu Vorjahren gesetzt und dabei feststellt, daß die eine Zahl sich beständig erhöht, während die andere sinkt – nichts weiter. Daß es gilt, soviele Menschen wie möglich für ein so wichtiges Anliegen wie den Schutz des Lebens zu gewinnen, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Due Zahlen, die ich übernommen habe, waren übrigens die der Polizei. Man wird diese für redlich genug halten, vernünftige Zahlenangaben zu übermitteln.

just wondering hat gesagt…

Freut mich sehr, dass Präses Ansgar Hörsting da war, wenn ich schon nicht kommen konnte :-) Danke für Euren Einsatz!

Stanislaus hat gesagt…

Ich glaube, da hat ein anonymer Kommentarschreiber irgendwie Langeweile. Wie gut, daß sich die Zeiten geändert haben und wir nicht mehr in den Siebzigern leben.

@ Braut des Lammes: Danke für den Bericht!

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