Freitag, 10. August 2012

Laurentiustränen

In diesem Jahr kommen die Laurentiustränen, wie man die Perseiden auch nennt, genau zum Fest des Heiligen. (Ein grober Zeitraum, in dem man diesen Meteoritenschwarm beobachten kann, ist der 23. Juli bis 22. August, mit einem Höhepunkt von über hundert „Tränen“ pro Stunde in der Zeit um den 12. August. Dieser Höhepunkt ist für die heutige Nacht vorausgesagt.) Scheinbar fallen diese Sternschnuppen aus dem Sternbild des griechischen Halbgotts Perseus, daher der astronomische Name.

Mitte August passiert die Erde ein Trümmerfeld des Kometen Swift-Tuttle, der die Sonne einmal in hundertdreißig Jahren umkreist. Dabei verglühen in etwa hundert Kilometer Höhe Staubteilchen in unserer Atmosphäre, die wiederum die Luft zum Leuchten bringen, manchmal hinterlassen sie regelrechte Leuchtspuren.

Die Perseiden sind das sommerliche Gegenstück zu den Leoniden im Winter; in der Tat hat einer der beiden Forscher, nach denen die Kometen benannt sind, die diese Wunder hervorbringen, beide entdeckt: der amerikanische Astronom Horace Parnell Tuttle, dessen altväterliches Design ich ganz entzückend finde.

Da man im August oft bessere Bedingungen hat als im November, lassen sich Laurentiustränen hierzulande meist besser beobachten. Früher müssen diese Schwärme weitaus heller und noch eindrucksvoller gewesen sein, wie der Holzschnitt zeigt, denn naturgemäß werden Swift-Tuttles Überreste immer kleiner. Nichtsdestoweniger sind Meteoritenschauer einfach wunderschön. Bei über hundert Meteoriten pro Stunde kann man sich ziemlich viel wünschen oder angesichts der Majestät der Schöpfung einfach den heilgen Schöpfer aller Stern preisen.

Kommentare:

Cinderella01 hat gesagt…

Ich habe noch nie in meinem Leben eine Sternschnuppe gesehen. Immer wenn diese Leoniden oder Perseiden über die Medien angekündigt werden, ist meistens schlechtes Wetter und der Nachthimmel so wolkenverhangen, dass man gar nichts sieht... Aber das mit den Wünschen klappt auch ohne Sternschnuppen ...

Bellfrell hat gesagt…

@ Cinderella01
es ist auch diesmal nichts daraus geworden, zumindest bei uns in Salzburg war der Himmel zuverlässig und durchgehend bedeckt und München ist ja nicht so weit weg.
Ich habe aber schon Sternschnuppen gesehen. Meist sieht man sie aber nur aus dem Augenwinkel. Nur sehr selten passiert's, daß man wirklich den Blick direkt drauf bekommt.
Und in der Stadt ist es ohnehin sehr schwierig, weil das Streulicht die Beobachtungsbedingungen erheblich einschränkt.
Sollte ich dieses Jahr noch eine Schnuppe zu sehen bekommen, dann werd' ich mir wünschen, daß Cinderella01 auch endlich eine Sternschnuppe erscheint - ;-)

Braut des Lammes hat gesagt…

Für Sternschnuppen bzw. Lichterscheinungen braucht man Ausdauer. Bei den Perseiden hat man immerhin einige Nächte Zeit, das heute Nacht war ja nur der vorhergesage Höhepunkt, das heißt, wenn es in einer anderen Nacht klar ist, läßt sich da unter Umständen auch noch ziemlich viel beobachten.

In der Stadt ist es schwieriger, wie Bellfrell sagt, aber ein großes Brachfeld ist schon nicht schlecht. Mit Sternschnuppen gings bei mir bis jetzt recht gut, auch hab ich die maximal mögliche Anzahl von Venustransiten gesehen ;), aber mit der Aurora borealis neulich hatte ich Pech. Immerhin, Sonnenstürme sollen in den nächsten Jahren gehäuft auftreten, da geht bestimmt noch was.

Cinderella01 hat gesagt…

Also gestern nacht war es ganz klar - ich habe aber trotzdem keine Sternschnuppen gesehen ... Ich denke, das liegt daran, dass ich eine Erdgeschoss-Wohnung habe und dadurch keinen freien Blick zum Himmel. Einfach zu viele Bäume in der Umgebung. Tagsüber sieht man durch die "Blätter durch", aber in der Nacht sind die kleinen Stücke freien Himmels nicht auszumachen. Man muss wohl echt rausfahren, wo es keine Bäume und keine Häuser gibt ... und man freie Sicht zum Horizont hat.

Braut des Lammes hat gesagt…

Das muß man in der Tat, Cinderella, man kann das Ganze, falls man am nächsten Tag nicht früh aufstehen muß, allerdings als Expedition mit Vesperbroten und Taschenlampen aufziehen. Warme Kleidung nicht vergessen.

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