Dienstag, 28. August 2012

Guck mal, die Haare!

Da ich seit Tagen aus verschiedensten Anlässen das Thema in meinem Herzen bewege und auch grad die Haare schön hab, hier mein Bild des Tages, von Quentin Matsys. Diese Jungfrau mit dem langen roten Haar scheint der Künstler besonders gern gehabt zu haben, denn er hat sie mehrere Male gemalt, unten mit dem klassischen, blauen Mantel. Beide Bilder entstanden um 1500 und auf beiden treiben die Engelchen oben irgendwelchen Unfug mit dem Schmuck des Portikus.



Im Detail sieht man besser, daß auch
das Christuskind rote Haare hat.

Kommentare:

kalliopevorleserin hat gesagt…

Eine ebenfalls rothaarige Maria aus der gleichen Epoche gibt es bei Johannes Roger.
Ich finde immer wieder spannend, wie verschieden Rothaarigkeit zu verschiedenen Zeiten konnotiert ist. Das 19. Jh. erfand den rothaarigen Vamp, die rothaarige Hexe - und heute glauben 99% aller Leute, die überhaupt eine Meinung dazu haben, daß im "Mittelalter" (wann immer das gewesen sein mag) Rothaarige in ständiger Lebensgefahr schwebten.

Braut des Lammes hat gesagt…

Es muß eine Blütezeit der rothaarigen Madonnen in der flämischen Malerei gegeben haben. Ich find rote Haare nur einfach wunderschön, egal ob bei Männern oder Frauen, insofern. (Aus irgendeinem Grund wird Rothaarigkeit bis heute mit besonderem Temperament verbunden, dabei ist es einfach eine Frage der Pigmente.)

kalliopevorleserin hat gesagt…

Rothaarige haben oft auch so eine unglaublich edle Marmorblässe. Wenn ich blass bin, bin ich einfach nur käsig, ich bewundere diese Edelblässe immer sehr.

Cinderella01 hat gesagt…

Wie haben die das früher nur hinbekommen, die Haare so zu pflegen ohne all diese tollen Sachen, die wir heute haben? Die müssen ja den ganzen Tag Haare gebürstet haben .... Ich kann mir das gar nicht vorstellen ...

Anonym hat gesagt…

Erstaunlich, damals gabs schon Kreppeisen! :)

Mary

Braut des Lammes hat gesagt…

Cinderella, das find ich jetzt wenig schwierig. Schöne Haare und gute Haut sind natürlich manchmal auch Erbteil, außer Haarshampoo nehme ich aber eigentlich kaum was, auch keinen Fön. Haare färben und bleichen dürfte damals natürlich ungleich viel aufwendiger gewesen sein, wobei letzteres die Haare ja auch nicht besser macht. Womöglich waren die Haare früher eher gesünder, da nicht so oft unbedeckt und daher selten der Sonne ausgesetzt waren und nicht so häufig gewaschen wurden.

Lauda Sion hat gesagt…

Als Fachfrau (hab tatsächlich mal Friseurin gelernt :)) möchte ich kurz ergänzen: Die Haare und auch Haut wird heutzutage häufig überpflegt, was zu Problemen führt.

Gefärbt wurde früher mit Naturfarben, was dem Haar sogar noch mehr Glanz verleiht, statt es zu schädigen, weil sich die Pigmente nur um das Haar legen und die Säuren bewirken, dass sich die Schuppenschicht glättet-deshalb der Glanz- anders als bei heutigen Haarfarben oder Bleichmitteln die basisch sind, um die Schuppenschicht zu öffnen, damit die Pigmente ins Haar eindringen, dadurch ist das Ergebnis/die Farbe aber dauerhaft.

Gebleicht wurde das Haar z.B. mit Seife (aus germanischen Stämmen) in Kombination mit Sonneneinstrahlung. Für gewöhnlich verkauften nordeuropäische Frauen aber auch ihr Haar und daraus wurden dann Perrücken gemacht. Oder es wurde ihnen einfach geklaut, von Sklavinnen z.B.

kleiner Exkurs :)

Rote Haare faszinieren mich übrigens auch

Cinderella01 hat gesagt…

Ohne Föhn und ohne Festiger, das ginge bei mir gar nicht ... Das dauert ja dann viel zu lange bis sie trocken sind ...

Braut des Lammes hat gesagt…

Das dauert in der Tat Stunden, wenn ich weg will, flechte ich es dann und der Effekt ist ähnlich wie oben bei der Madonna. Oder ich laß es nach der Rückkehr weiter an der Luft trocknen.

@Lauda, danke für den fachlichen Exkurs. :)

Anonym hat gesagt…

- Betr. Rothaarige und Temperament: Ich glaube, dieses Klischee kommt von den brit. Inseln zu uns, wo die häufig rothaarigen und temperamentvollen Iren (und vielleicht noch mehr die Irinnen) zu seiner Verbreitung beigetragen haben dürften.
- Betr. angebl. Lebensgefahr für Rothaarige im Mittelalter: No, dann wären die häufig rot-blonden mittelalterlichen Habsburger alle auf dem Scheiterhaufen gelandet ...
- Betr. Haarpflege: Die venezianischen Kurtisanen hatten angeblich besondere Kopfbedeckungen, auf deren Krempe das lange Haar nach dem Waschen ausgebreitet, getrocknet und gebleicht wurde. Se non è vero ...

Zwetschgenkrampus

dilettantus in interrete hat gesagt…

Da könig David rote Haare hatte, hatte natürlich auch Maria welche.
Guckstu 1. Sam 16/12

Braut des Lammes hat gesagt…

Irgendwie dachte ich dort steht, er war blond und schön und sah ungefähr so aus wie Brad Pitt? Aber das ist natürlich ein Argument, das ich noch nicht bedacht hatte

dilettantus in interrete hat gesagt…

Auch wenn Luther mit "bräunlich" übersetzt und ich als guter Katholik eigentlich immer der Lutherbibel traue. Auf hebräisch steht da rot. (Ja ich Gutmensch habe das extra für Dich nachgeguckt!)

Braut des Lammes hat gesagt…

Das finde ich total nett von dir, im Original konnte ich das nämlich nicht nachlesen. David war rothaarig – ich sags ja, rothaarig ist schön! :)

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