Donnerstag, 23. August 2012

Das Törichte in der Welt hat Gott erwählt – zum Fest der hl. Rosa von Lima


Seht auf eure Berufung, Brüder! Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das was nichts ist, um das was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott. (1. Kor. 26-29)

Sucht man in der Ikonographie unter einer Gruppe von heiligen Jungfrauen, diese nach ihren Attributen zu unterscheiden, ist die hl. Rosa von Lima leicht herauszufinden: sie trägt einen Kranz aus Rosen; manchmal hält sie in einer Hand noch einen Strauß aus Rosen, mit der anderen entweder das Kreuz oder das Christuskind. Der Kranz aus Rosen ist altes Symbol der Jungfräulichkeit, aber natürlich auch, wie die rosa Gewänder auf einigen Darstellungen unten, ein Wortspiel mit dem Beinamen, dem man der kleinen Isabella ihrer Schönheit wegen gegeben hatte. Das Kreuz oder das Christuskind, das sie umfaßt, verweist direkt auf ihre enge Beziehung zum leidenden Christus in seiner menschlichen Natur.

Eben wegen dieser engen Beziehung zu Kreuz und Leiden ihres Bräutigams hat die Heilige nicht nur körperliche Entbehrungen ausgehalten, sondern auch Spott und üble Nachrede. Trotzdem ist sie treu und in Liebe den Weg weitergegangen, den sie als ihre Berufung erkannt hat. Ein schönes, aber anspruchsvolles Vorbild. In dem schönen Tagesgebet heißt es, daß Gott die heilige Rosa mit solcher Liebe an sich gezogen hat, daß sie dem Ruf zu diesem Leben folgte. Die heilige Rosa hat diese Liebe so erwidert, wie sie es vermochte, sie, die scheinbar Törichte, hat sich von Christus an sein Herz ziehen lassen.

1671 sprach Papst Clemens X. diese erste Heilige der (damals) neuen Welt heilig. Wer mehr Biographisches sucht, möge bitte in den ausführlichen Beiträgen der letzten Jahre nachlesen. Hier noch eine kleine Galerie vor allem mittel- und südamerikanischer Bilder der Heiligen, die vor allem in der mexikanischen Stadt Oaxaca besonders verehrt wird (das hat mit den damals engen Beziehungen zwischen Peru und Oaxaca zu tun). Die Darstellung der Heiligen mit einem Anker und einer kleinen Stadt darin gehen auf die wundersame und mehrmalige Errettung der Hafenstadt Callao aus Erdbebengefahr zurück.


aparter Duplex-Effekt mit den Rosen
Bild aus der Schule von Cuzco. Die allerseligste
Jungfrau in dem „geistlichen Kleid“, das die
hl. Rosa ihr einst verehrt hat. Rechts unten
die hl. Rosa, links sicherlich der hl. Dominikus.

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