Freitag, 13. Juli 2012

Das Licht der Welt suchen und finden – hl. Teresa von Jesus de Los Andes

Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird das Licht des Lebens haben. (Joh 8,12)
Ein Vorher – Nachher der ungewöhnlicheren Art: die hl. Teresa de Los Andes in der Welt und im Habit der unbeschuhten Karmelitinnen.

Ein Leben muß nicht lang und reich an weltlichen Ehren oder Würden gewesen sein, um Bedeutung und Strahlkraft für viele zu haben. Nur elf kurze Monate verbrachte Juanita Fernandez Solar im Karmel von Los Andes, nur etwas über neunzehn Jahre wurde sie alt. Durch ihre Briefe, auch sie neben dem Gebet ein Apostolat, rührte Teresa die Herzen vieler Menschen an – und tut es immer noch. Teresas Gedenktag ist am 12. April, heute, nur wenige Tage vor dem Hochfest unserer lieben Frau vom Berge Karmel, feiert die Kirche in Chile die erste Frucht der Heiligkeit des Teresianischen Karmels in Lateinamerika.

An ihrem fünfzehnten Geburtstag hielt Juanita den Entschluß, Karmelitin zu werden, in ihrem Tagebuch fest. Mit siebzehn schrieb sie:
Ich liebe die Karmelitinnen, weil sie so einfach sind, so freudevoll, so muß Jesus sein. Aber ich sehe auch, daß das Leben einer Karmelitin aus Leiden besteht, darin, zu lieben und zu beten. Wenn mir die Tröstungen des Gebets verweigert werden, was wird mir geschehen? Ich fürchte mich. Aber Jesus hat mir gesagt: „Glaubst du, ich werde dich verlassen?“
Am 11. Januar 1919 warf Teresa den ersten Blick auf den Karmel vom Heiligen Geist in Los Andes, am 7. Mai trat sie dort ein und wählte sich den Ordensnamen Teresa von Jesus. Am 14. Oktober, zur ersten Vesper des Hochfests der großen heiligen Teresa, empfing sie den Habit der Karmelitinnen. Nur wenige Monate später, am Gründonnerstag des Jahres 1920, erkrankte sie an Flecktyphus und starb kurz nach Ostern. Ihr letzter Tagebucheintrag beginnt mit den Worten: „Nur für Gott zu leben…“

Die Geschichte der hl. Teresa von Los Andes ist die einer großen Liebe, eine Geschichte von Ergriffensein und sich ganz ergreifen lassen: Herr, du hast mich betört und ich ließ mich betören.


Indem sie sich für immer Christus verband, hat die hl. Teresa von Los Andes nicht nur selbst das Licht des Lebens erlangt, sie ist auch für andere zum Licht geworden. Das Leben solcher Heiliger erinnert mich immer an das Exsultet, wenn der Priester zum Lob der Osterkerze, die ein Symbol für den Leib Christi ist, singt:
Wenn auch ihr Licht sich in die Runde verteilt hat, so verlor es doch nichts von der Kraft seines Glanzes. Denn die Flamme wird genährt vom schmelzenden Wachs, das der Fleiß der Bienen für diese Kerze bereitet hat.
In seiner Predigt zur Heiligsprechung am 21. März 1993 führte der sel. Johannes Paul II. aus, daß Sr. Teresa in der Ewigkeit das für uns fortsetzt, was schon auf Erden ihr Dienst war: Fürsprecherin sein bei Gott für das Heil der Welt.
In der Ewigkeit fährt die hl. Teresa de Los Andes fort, fürbittend einzutreten für eine unermeßliche Zahl an Brüdern und Schwestern. Was sie als Braut Christi in ihrem Himmel auf Erden fand, schaut sie nun ohne Schleier oder Schatten, und aus ihrer unmittelbaren Nähe zu Gott heraus tritt sie für jene ein, die das Licht Christi suchen.

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