Dienstag, 10. Juli 2012

…damit der Mensch einen Tiger zum Streicheln (und fotografieren) hat

Den Anstoß für diese Aufnahmen hat mir das Faszinosum geliefert, daß die Schnurrhaare von Katzen in solch regelmäßigen Abstanden angeordnet sind (was man vor allem bei dem erheblich größeren Valentin gut sehen kann)
daß es wirklich an ein Nadelkissen erinnert – ich nehme mal an, daß der entsprechende Bereich deshalb Schnurrkissen heißt. Aus Valentins Schnurrkissenaufnahmen ist nicht viel geworden (warum müssen Katzen im entscheidenden Moment immer ihren Kopf drehen?).

Cocteaus Ausspruch, „Gott schuf die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum Streicheln hat“, läßt sich auch evolutionsbiologisch anwenden: die Tiger zum Streicheln sind nur deshalb so klein geworden, damit sie auf jeden Fall einen Menschen haben, der sie streichelt, wenn sie es wollen, dann aber bitte sofort!

Es gibt schematische Darstellungen von Katzen, bei denen die besonders empfindlichen und mit Berührungssensoren ausgestatteten Körperteile im Verhältnis größer dargestellt sind als die anderen: da sieht man dann einen unverhältnismäßig großen Kopf mit nochmals vergrößerter Nase mit Schnurrkissen und zwei ganz dicke Vorderpfoten. Aus irgendeinem nicht nachvollziehbaren Grund nennt man das einen Felinunculus. Faszinierenderweise können Katzen mit ihren Schnurrhaaren Dinge auch regelrecht befühlern. Durch Sinneszellen an den Tastwurzeln der Schnurrhaare kann die Katze ein räumliches Bild der Umgebung gewinnen und sich daher auch bei völliger Finsternis zurechtfinden. Katzen kommen schon mit Schnurrhaaren auf die Welt. Ausgefallene findet man so selten, daß man sie behandeln kann wie vierblättrige Kleeblätter.

Im Grunde ist es mal wieder eine Variante des Themas „Deine blauen Augen sind so phänomenal“ geworden. Entdeckt hab ich aber, wie schön manche Dinge, wie Farb- oder Haarverläufe in der extremen Vergrößerung aussehen. Irgendwann, wenn es niemand merkt, krieg ich auch noch eine vernünftige Aufnahme von Valentins Schnurrkissen.





…und stups! (Weg mit der Kamera! Streichle mich! Sofort!)

Kommentare:

Cinderella01 hat gesagt…

Oohh, wie schön!
Sind das heilige Birma?

Das sind einfach die schönsten Katzen der Welt!

Valentina hat gesagt…

Recht hat er der kleine Kerl!
schöne Grüße an dich und meinen Namensvetter.
pfiati

Valentina

Braut des Lammes hat gesagt…

Ja, das sind heilige Birma. Die Grüße richte ich dem Namensvetter nachher aus. Der Name ist ja eigentlich eine Aussage über die Tugend: der Mannhafte.

Gabriele hat gesagt…

Deshalb:
http://piclib.nhm.ac.uk/results.asp?image=041490

und deshalb

http://www.google.de/imgres?q=sensory+homunculus&hl=de&client=safari&sa=X&rls=en&biw=1366&bih=670&tbm=isch&prmd=imvns&tbnid=Xeb2QE15pnlBpM:&imgrefurl=http://www.amareway.org/holisticliving/06/sensory-homunculus-cortical-homunculus-motor-homunculus/&docid=R7CF9yu-PVLVqM&imgurl=http://www.amareway.org/wp-content/uploads/2010/06/sensory-homunculus.jpg&w=330&h=300&ei=hHH8T7eeE6Xk4QTx3YzHBg&zoom=1&iact=hc&vpx=719&vpy=146&dur=2491&hovh=214&hovw=235&tx=125&ty=120&sig=118344648660703301987&page=1&tbnh=147&tbnw=136&start=0&ndsp=19&ved=1t:429,r:3,s:0,i:81

heisst es felinunculus.

Viele Grüße
Gabriele

Braut des Lammes hat gesagt…

Ah, danke, das ist ja eine echte Hilfe. Ich hab zwischenzeitlich zu Hause nach meinem Felinuculus-Bild gefahndet, das Buch erklärt es aber auch nicht - der (farbige) Felinunculus sieht halt apart aus.

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