Dienstag, 24. Juli 2012

Christusträger

Vom Leben des hl. Christophorus ist uns hauptsächlich Fragmentarisches überliefert, etwa die Geschichte, wie er zum Christusträger wurde: er suchte nach dem mächtigsten Herrscher, um diesem dienen zu können. Den Dienst eines Königs verließ er, nachdem er feststellte, daß dieser nicht der Gesuchte sein könne.

Ein heiliger Einsiedler riet ihm, Gott zu dienen, dadurch, daß er an einer Furt Reisenden über den Fluß helfe. Eines Tages kam ein ganz kleines Kind an den Fluß, dessen Gewicht Christophorus trotz seiner geringen Größe kaum tragen konnte – kein Wunder, das Kind trug die Sünde und Last der ganzen Welt. Von dieser Begebenheit hat der Heilige seinen Namen und zugleich das Patronat aller Reisenden zu Fuß, zu Lande, in der Luft und auch für die letzte Reise, die ein Mensch antritt, die in den Tod.

Zum Heiligen gibt es eine sehr reiche Ikonographie, vor allem flämischer und deutscher Maler, daneben aber unter den Illuminationen alter Stundenbücher. Oftmals ist auch der ratgebende Eremit mit dargestellt. Eine kleine Auswahl:


Christophorus-Meister, um 1500

hundsköpfige Ikone des Heiligen

Joachim Patinir, um 1520

Jan Mostaert, Anfang 1600

Maîtres de Guillebert de Mets, Illumination im Stundenbuch des Jean sans peur, 1409-1419

Jan Mandyn, um 1600 – dieses Gemälde wirft auch den Blick auf das Martyrium, indem es das Haupt des Märtyrers im Baum hängend zeigt.

Jan Wellens de Cock, zwischen 1495 und 1528

Gebet zum heiligen Märtyrer im Stundenbuch von Hastings, um 1470. Blümchen! Schmetterlinge!

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oben links: Claude Bassot, Altarretabel in der Kirche von Jésonville dans les Vosges

Kommentare:

Richelieu88 hat gesagt…

Vor längerer Zeit habe ich auch mal ein ähnliche Christopherus-Ikone gefunden wie schon oben erwähnt:
http://richelieussammelsurium.blogspot.de/2012/05/eine-recht-seltsame-ikone.html

Braut des Lammes hat gesagt…

Ah, du hast die Erklärung für den Hundekopf, danke!

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