Freitag, 22. Juni 2012

Pontifikalamt und Jahresgedächtnis

Grabplatte Georg Kardinal Sterzinskys
in der Unterkirche der St. Hedwigskathedrale
Im Dezember des letzten Jahres wollte ich anläßlich des Pontifikalamts für die verstorbenen Berliner Bischöfe schreiben, daß wir, da der Tag eines solchen Requiems jeweils zum Sterbetag des letzten im Amt verstorbenen Berliner Bischofs wandert, so daß wir in diesem Kirchenjahr also zwei solcher Ämter feiern werden. Nun, das ist nicht so. Das Pontifikalamt für die verstorbenen Berliner Bischöfe feiern wir weiterhin am 13. Dezember, am 30. Juni 2012 gibt es ein Jahresamt. Bei den Begründungen dafür – Sommer, heiß, schwarze Gewänder, Ferien, Otto! – fühlte ich mich zwischenzeitlich kurz an Sr. Gemma Hinricher OCD erinnert, die weiland einen Temperamentsausbruch[1] anläßlich der gutgemeinten Frage der Schwester, die die Küche zu versorgen hatte, wie jede ihr Eisandwich wolle, mit dem Ausruf abschloß: „Hier ist doch kein Sanatorium!“ Ich weiß nicht mehr genau, ob sie dabei auch auf den Tisch gehauen hat (die Erinnerung verklärt ja), aber ich glaube.

Eigentlich finde ich es schade, daß mit dem „wandernden Pontifikalamt“ eine Tradition aufgegeben wurde, auch wenn diese noch nicht lange zurückreicht, da das Bistum noch jung ist (errichtet im August 1930) und nicht jeder Diözesanbischof auch in diesem Amt stirbt. Andererseits hat mir das Pontifikalamt mit seinem greogorianischen Choral im Dezember, kurz nach Allerseelen, Lichtenberg, Kirchweih und den Märtyrern des Bistums immer gut gefallen.

Am 30. Juni, dem Sterbetag unseres lieben Alterzbischofs Georg Kardinal Sterzinsky, feiern wir um 11 Uhr in der Hedwigskathedrale das Jahresamt zu seinem Gedenken.

Kommentare:

Marcus, der mit dem C hat gesagt…

Der eigentliche Grund für diesen "Traditionsbruch" dürfte aber eine Terminkollision sein, denn am Tag vorher, dem Hochfest Peter und Paul bekommt Kardinal Woelki sein Pallium, und am 30ten ergreift er Besitz von seiner Titeldiakonie.

Braut des Lammes hat gesagt…

Ich weiß – ein Pontifikalamt kann aber nicht nur vom Diözesanbischof gefeiert werden.

Marcus, der mit dem C hat gesagt…

Ist Dir bekannt, ob die Auxiliares Heinrich und Weider mit nach Rom reisen?

Ich habe keine Ahnung, ob es nicht Tradition ist, den eigenen Bischof zu begleiten, bei der Inbesitznahme. Kard. Lehmanns Inbesitznahme hab ich nicht mehr im Kopf, und bei Kard. Volk war ich erst 2 Jahre alt^^

Braut des Lammes hat gesagt…

Meines Wissens fahren nicht alle nach Rom – darüber hinaus hätte es ja zur Not auch die Möglichkeit gegeben, das Amt in diesem Jahr um wenige Tage zu verschieben. Wenn der 13. Dezember etwa auf einen Sonntag fiel, war das Requiem entsprechend zeitnah vorher oder hinterher. Fakt ist: man will das Amt im Dezember.

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