Dienstag, 19. Juni 2012

Grüne Zeiten

seidenes Kelchvelum für „grüne Zeiten“
Gestern in der Heiligen Messe hätte ich zwischendurch gern meine Kamera zur Hand gehabt: als es mittendrin auf einmal so dunkel wurde, daß man das Gefühl hatte, es wäre schon viel später im Jahr, und beim Hochgebet ein ordentlicher Platzregen über der Kathedrale niederging. (Unter der Kuppel hört sich das immer sagenhaft an.) In dem Licht strahlten Tabernakel und Gefäße besonders schön, die grünen Paramente haben vorher in der drückenden Luft schon für etwas optische Frische gesorgt.

Und: was hülfe es dem Ministranten, wenn er alle neuen ärmellosen Talare der ganzen Welt gewönne – vorausgesetzt, sie sind kurz genug – und sie wären sämtlich aus Plastik? Da war so ein leicht surrealer Moment in meiner Lesung, als sich Ahab aufs Bett legte und sein Gesicht zur Wand drehte, als mir durch den Sinn ging, irgendwie ist mir auch nicht gut…

Das Evangelium ist ja einigermaßen anspruchsvoll: Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, so halte ihm auch die andere hin. Nach einem tagaktuellen Erlebnis mit einem Kaugummi komme ich nicht umhin zu fragen: wenn mir so ein Scherzkeks einen Kaugummi in die Haare klebt, muß ich dann wirklich eine andere Strähne hinhalten? Für alle, denen sowas schon mal passiert ist: es empfiehlt sich immer, etwas Vereisungsspray im Haus zu haben.

1 Kommentar:

ultramontan hat gesagt…

Las ich gestern zufällig:

»Beim Altvater Antonios fanden sich Brüder ein und sagten zu ihm: ›Sag uns ein Wort, wie wir das Heil finden können.‹ Der Alte sprach zu ihnen: ›Höret die Heilige Schrift, die ist gut für euch.‹ Sie erwiderten: ›Auch von dir wollen wir etwas hören, Vater!‹ Da belehrte sie der Greis: ›Das Evangelium sagt: Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann biete ihm auch die andere dar.‹ Sie entgegneten: ›Das können wir nicht!‹ Da sprach der Altvater zu ihnen: ›Wenn ihr die andere Wange nicht darbieten könnt, dann haltet wenigstens die eine hin.‹ Sie antworteten: ›Auch das können wir nicht.‹ Der Alte sagte: ›Wenn ihr nicht einmal das könnt, dann vergeltet nicht, was ihr erlitten habt.‹ Sie darauf: ›Auch das vermögen wir nicht.‹ Da sagte der Alte zu seinem Schüler: ›Bereitet ihnen ein wenig Brei, denn sie sind schwach. Wenn ihr das eine nicht könnt und das andere nicht wollt, was soll ich dann für euch tun? Beten tut not!‹«

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