Dienstag, 12. Juni 2012

Fronleichnamsprozession 2012

Da ich gleich am nächsten Morgen zum Bloggertreffen nach Freiburg aufgebrochen bin, gibts den Beitrag zur großen Fronleichnamsprozession des Erzbistums erst jetzt. Da Fronleichnam bei uns kein gesetzlicher Feiertag ist, finden Pontifikalamt und zentrale Prozession durch die Innenstadt abends statt. Das Wetter war in diesem Jahr übrigens geradezu ideal.

Die Feier hab ich dieses Jahr aus einer ganz neuen und etwas ungewöhnlichen Perspektive miterlebt, da ich mit im Sakristeizelt zu tun hatte. Dabei hab ich natürlich vieles nicht geknipst, wie etwa den Moment, in dem die Monstranz mit dem Allerheiligsten genau an mir vorbeikam. Manchmal ist sehen, tasten und fühlen halt viel wichtiger, als Bilder zu machen.

Die große Selbstverständlichkeit und aufrichtige Frömmigkeit, mit der die Menschen in dem schmalen Gang zwischen Altarinsel und Sakristeizelt die Liturgie mitvollzogen haben, hat übrigens Eindruck auf die eingesetzten Sicherheitskräfte gemacht.[1] Alles in allem war es eine sehr schöne und gnadenreiche Fronleichnamsfeier, und auch nachher gab es noch schöne Begegnungen.

Die Feier stand unter dem Wort Herr, zu wem sollen wir gehen? Der etwas perplexe Apostel Petrus, der dem Herrn auf die Frage, „Wollt auch ihr mich verlassen?“ diese Gegenfrage gestellt hat, fährt fort mit einem Glaubensbekenntnis: Du hast Worte ewigen Lebens.

In seiner Predigt sprach Kardinal Woelki über die bleibende Gegenwart und Nähe Christi in den eucharistischen Gestalten und verwendete dazu die unvergeßlichen Worte des Hymnus' des Aquinaten: Augen, Mund und Hände täuschen sich in dir, doch des Wortes Botschaft offenbart dich mir: „Sehen, Tasten, Schmecken täuschen sich in dir, aber durch das Hören allein kommt der Glaube. Ich glaube, was immer Gottes Sohn gesagt hat, nichts ist wahrer als dieses Wort der Wahrheit“.

Vor der Feier – die Muttergottes von Tschenstochau harrt der Dinge, die da kommen. Diese Ikone der polnischen Gemeinde wurde übrigens nur von Frauen getragen, also, da hab ich auch erstmal gestaunt. Unserem polnischen Küster zufolge ist das so Tradition.

Wann kommt denn endlich das Metropolitankapitel?

Auszugsprozession. Prälat Dybowski ist auf dem Weg zu einer kleinen Aufmerksamkeit für die Erstkommunionkinder, die in ihren Kommunionkleidern zur Feier gekommen waren. (Da gab es ganz süße kleine Mädchen).

Aufräumen nach der Feier. (Also, das hätte ich jetzt nicht erwartet. Ich glaub, ich bring da mal einen alternativen Vorschlag ein, da gibts bestimmt andere Möglichkeiten.)


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[1] Einer von ihnen nutzte die Zeit vor und nach der Feier auch gleich für interessierte Fragen, etwa, was ein Lektor sei oder ein Metropolitankapitel? Von letzterem war zu berichten, daß man sie an ihren violetten Pompons erkennt. Hihi.

Kommentare:

Marcus, der mit dem C hat gesagt…

Bei der Papstmesse von P. Johannes Paul II. in Köln im Müngersdorfer Stadion (Seligsprechung von Edith Stein) habe ich das erlebt mit dem Muttergottesbild. Zwei matronenhafte Nonnen im Habit, die am Rande der Stuhlreihen im Spielfeld saßen mit dem Bild an die Knie gelehnt, die ganz fromm und bieder dasaßen.

Aber dann...

Auftritt Papst im Papamobil auf der Aschenbahn...

Aufspringen, Jubelschreie, Madonnabild hochreißen, schwenken wie ein Plakat!

Hätte man ihnen nicht sofort angesehen, daß es Begeisterung ist, wäre die Security angerannt gekommen, weil sie befürchten müßten, daß sie das Bild auf das Glasdach des Papamobils hauen wollten. Es war ein herrliches Bild, daß sich einem bot!

ultramontan hat gesagt…

Was hätteste denn beim Aufräumen nicht erwartet? *neugierigbin*

Braut des Lammes hat gesagt…

Ähem: das war der Altar. – Da ich nicht aus meiner Haut kann, fiel mir bei dieser Arbeit auch sofort die entsprechende Passage aus der AEM ein über das, was gemeinhin auf dem Altar zu liegen hat und was nicht, indes brauchte ich beide Hände zum Arbeiten –. Die Reißzwecken haben die Altardecke gehalten, wo sie war, damit sie nicht unversehens den Zelebranten ins Gesicht fliegt.

Cinderella01 hat gesagt…

Schöne Bilder und dank an die Berliner, die dabei waren - nach einem anstrengenden Arbeitstag.
War denn der Berliner Regierende Bürgermeister auch dort oder warum mussten Sicherheitskräfte dort sein?
Um die Gläubigen zu schützen?
Bei uns in München ist ja auch immer Polizei dabei, aber in erster Linie wegen der Straßensperren und nicht wegen Gläubigen oder der Politiker (diesmal waren's der Kultusminister und der 3. Bürgermeister - seit Stoiber hat sich dort kein Ministerpräsident mehr blicken lassen)

Braut des Lammes hat gesagt…

Die Sicherheitskräfte sind wahrscheinlich nicht da, um die Gläubigen zu schützen – die Stimmung ist immer sehr friedlich und gelöst. Da man aber nie wissen kann, was einzelnen Gestörten in den Sinn kommt, wenn Aufmerksamkeit garantiert ist, sind Sicherheitskräfte, glaub ich, keine schlechte Idee.

Freiburgbärin hat gesagt…

Gegenbesuch :)
Weißt Du, ob mit einem kleinen Film von piscator TV zu rechnen ist? Nachdem ich soviel Gutes über die Prozession gehört habe und ganz besonders Kardinal Woelki hoch gelobt wurde, würde es mich freuen, den ein oder anderen Filmausschnitt wie von der Prozession 2011 zu sehen.

Braut des Lammes hat gesagt…

Im allgemeinen macht er sowas. Aufgrund der Umstände hab ich ihn diesmal nicht sehen können - frag ihn doch einfach, er freut sich bestimmt über das Interesse.

ultramontan hat gesagt…

Öhm, bei uns werden die Altartücher zu Fronleichnam auch immer mit Reißzwecken festgesteckt. Wenn du also einen alternativen Vorschlag hast, kannst du den ja vielleicht auch öffentlich einstellen … ^^

Braut des Lammes hat gesagt…

@Ultramontan: ich erarbeite ein Konzept. Da gabs doch etwa diese Klammern mit denen man Tischtücher befestigen kann (das Prinzip ist ähnlich, wie bei einer kleinen Schraubzwinge).

@Freiburgbärin: Ich kriege grade mit, nein, macht er dieses Jahr nicht, weil er auswärts war.

Freiburgbärin hat gesagt…

Hatte ich auch gestern bei Tiberius gelesen. Schade.

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