Mittwoch, 6. Juni 2012

Der Kelch, den wir segnen – Hochfest des Leibes und Blutes Christi

Wort ist wahres Fleisch geworden:
Brot kann wahres Fleisch nun sein.
In der Kraft desselben Wortes
wird zu Christi Blut der Wein.
Ist's den Sinnen auch verborgen,
stärkt uns doch der Glaub' allein.

Vorhin haben wir eine wunderschöne Vorabendmesse zum Hochfest Fronleichnam gefeiert. Außer dem großen Pontifikalamt morgen im Freien noch eine Messe „ganz in Ruhe“ mitfeiern zu können, finde ich gerade an diesem Fest sehr schön. Als Eröffnungsgesang gab es aus dem Diözesananhang GL 850, das auf die Melodie von Singt dem König Freudenpsalmen gesungen wird und uns so in wunderbarer Weise mit der Palmprozession verbunden hat.

Das Blut, mit dem Mose in der ersten Lesung den Altar und das Volk besprengt, geht dem voraus, das Jesus am Kreuz für uns vergossen hat; dieses Opfer wird bei jeder Heiligen Messe gegenwärtig: Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für viele vergossen wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis.
Wer auf einer Karte oder in einem Diagramm einen Punkt markiert, macht ein Kreuz, durch dessen Schneidepunkt ein bestimmter Punkt exakt angegeben werden kann. Genauso machte es der Herr aller Dinge, als er den Menschen zum Paradies zurückführen und ihm die Frucht des ewigen Lebens geben wollte, errichtete er das Kreuz mitten auf der Erde und sprach: Hier werde ich dir begegnen. Aller Menschheit hat er den genauen Ort unserer Erlöser enthüllt, in dem er sprach: „Hier, am Kreuz, werde ich dir begegnen!“
hat ein orthodoxer Einsiedler über das Kreuzesopfer Christi geschrieben. Nicht nur das Kreuz, sondern auch der Altar, auf dem das Kreuzesopfer täglich gegenwärtig wird, ist ein solcher Ort der Begegnung und zwar bis ans Ende aller Tage. Auch das hat Christus gemeint, als er seinen Jüngern und damit seine bleibende Gegenwart zugesagt hat. Es ist wirklich würdig und recht, nicht nur immer und überall, sondern einmal im Jahr in ganz besonders festlicher Weise dafür Dank zu sagen.

Besonders liebe ich den Moment im Anschluß an die Prozession, wenn der sakramentale Segen auf uns herabgerufen wird, daß Christus uns, die Stadt, in der wir leben, und unser Tun segne und bei uns bleibe alle Zeit. Christus, den wir empfangen und in die Straßen unserer Stadt gebracht haben, blickt zurück und segnet uns.

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