Samstag, 30. Juni 2012

Das Blut, das mächtiger ruft als das Blut Abels – kostbares Blut unseres Herrn Jesus Christus

Im Buch Genesis steht geschrieben, daß das Blut Abels, der von seinem Bruder Kain erschlagen worden war, vom Ackerboden zu Gott schreit. Und leider ist – heute wie gestern – dieser Schrei nicht verstummt, da weiterhin aufgrund von Gewalt, Ungerechtigkeit und Haß menschliches Blut fließt. Wann werden die Menschen lernen, daß das Leben unantastbar ist und allein Gott gehört? Wann werden sie verstehen, daß wir alle Brüder sind? Auf den Schrei aufgrund des vergossenen Blutes, der sich aus so vielen Teilen der Erde erhebt, antwortet Gott mit dem Blut seines Sohnes, der das Leben für uns hingegeben hat. Christus hat nicht das Böse mit Bösem vergolten, sondern mit dem Guten, mit seiner unendlichen Liebe. Das Blut Christi ist Unterpfand der treuen Liebe Gottes zur Menschheit. (Papst Benedikt am Fest des kostbaren Blutes 2009)

Nach alter Tradition nimmt die katholische Kirche in ihren Andachtsformen im Juli besonders das kostbare Blut unseres Herrn Jesus Christus in den Blick, das er für uns vergossen hat. Der Juli folgt auf den Herz-Jesu-Monat; in der Präfation dieses Hochfestes heißt es: Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche.

Der Verehrung des kostbaren Blutes war ein eigenes Fest am ersten Sonntag im Juli gewidmet. Auch gibt es eine eigene Litanei vom kostbaren Blut, die von dem sel. Johannes XXIII. vor 52 Jahren, am 30. Juni 1960, approbiert wurde. Die Litanei preist das kostbare Blut unter anderem als Lebensquell der Jungfrauen. So gibt es auch hier eine ganz unmittelbare Verbindung zu Christus und den Jungfrauen, die dem Lamm folgen, die das Lied singen, das kein anderer singen kann.

Wunderbare Stellen finden wir in der Heiligen Schrift über das Blut: es ist Zeichen des Bundesschlusses des alten wie des neuen Bundes. Mose besprengt das Volk Israel mit dem Blut der Opfertiere: Das ist das Blut des Bundes, den der Herr aufgrund all dieser Worte mit euch geschlossen hat. Und der Apostel hinterließ uns über das Blut des neuen Bundes die mitreißenden Worte:
Ihr seid nicht zu einem sichtbaren, lodernden Feuer hingetreten, zu dunklen Wolken, zu Finsternis und Sturmwind … Ihr seid vielmehr zum Berg Zion hingetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tausenden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung und zur Gemeinschaft der Erstgeborenen, die im Himmel verzeichnet sind; zu Gott, dem Richter aller, zu den Geistern der schon vollendeten Gerechten, zum Mittler eines neuen Bundes, Jesus, und zum Blut der Besprengung, das mächtiger ruft als das Blut Abels.

Bei der Feier des letzten Abendmahls bezieht sich Jesus unmittelbar auf die Worte des Mose und die Besprengung als Zeichen des Bundes mit Gott: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

Das Blut von Stieren und Böcken kann unmöglich Sünden wegnehmen, hören wir vom Apostel im Hebräerbrief. Das Blut Jesu Christi konnte es – das Lamm Gottes hat die Sünden der ganzen Welt auf sich genommen – und kann es immer noch. Der Empfang der hl. Kommunion hat auch sündenvergebende Wirkung, der Leib des Herrn bringt uns Heil und führt uns einmal zum ewigen Leben.

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Bild: Lawrence Lew OP

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