Freitag, 15. Juni 2012

Bring Herz und Herz zusammen


Lob sei dem Herzen Jesu, durch das uns Heil geworden.

In diesem Jahr fällt mein Weihetag auf das Fest des unbefleckten Herzens Mariens (seinerzeit, das heißt, vor drei Jahren, war er so dicht am Herz-Jesu-Fest wie nur möglich, in der Fronleichnamsoktav). Dabei ist mir eingefallen, daß das wunderschöne Weihegebet mit den Worten beginnt: Wir preisen dich, heiliger, starker, unsterblicher Gott. Denn du liebst alle Menschen und wohnst in denen, die reinen Herzens sind.

In der Herz-Jesu-Litanei rufen wir Christus an, er möge unser Herz nach seinem Herzen bilden, das heißt für mich, er möge das sicherlich armselige Streben segnen, daß mein Herz ein wenig dem seinen gleiche. Nicht, daß ich es schon ergriffen hätte, aber ich versuche es…

Das schöne Lied O Herz des Königs aller Welt liebe ich sehr (da es von Paul Gerhardt ist, hat es viel mehr Strophen als wir im Gotteslob finden).
O Herz des Königs aller Welt,
des Herrschers in dem Himmelszelt,
dich grüßt mein Herz in Freuden.
Du Träger aller Bürd und Last,
du aller Müden Ruh und Rast,
du Trost in allen Leiden!

Ach, wie bezwang und drang dich doch
dein edle Lieb, ins bittre Joch
der Schmerzen dich zu geben,
da du dich neigtest in den Tod,
zu retten aus der Todesnot
mich und mein armes Leben.

Laß deine Flamm und starke Glut
durch all mein Herze, Geist und Mut
mit allen Kräften dringen.
Laß deine Lieb und Freundlichkeit
zur Gegenlieb und Dankbarkeit
mich armen Sünder bringen.

Gerhardt dichtet noch:
Erweitre dich, mach alles voll,
sei meine Ros und riech mir wohl,
bring Herz und Herz zusammen.
entzünde mich durch dich und laß
mein Herz ohn End und alle Maß
in deiner Liebe flammen.
Die sehr schlichte, nicht im mindesten kitschverdächtige Darstellung oben stammt immerhin aus der Zeit um 1470. Auch sie paßt zu den Lesungen des Hochfestes, in denen es um die Liebe Gottes und die Sakramente der Kirche geht, die uns aus dem durchbohrten Herzen Jesu fließen. Interessant für einen Anatomen ist, daß aus dem Herzen Jesu sogleich Blut und Wasser flossen, obgleich es nicht mehr schlug. Das wirkliche Wunder ist, daß Blut und Wasser, die uns aus dem Herzen Jesu flossen, immer noch fließen, daß sie nie versiegen in den Sakramenten der Taufe und des Altares. Die Liebe Christi verströmt sich aus seinem Herzen und es ist immer noch etwas da, genug für viele, genug für alle. Lob dir Christus, König und Erlöser!
___
Bild rechts: Austausch der Herzen (die hl. Katharina von Siena tauscht ihr Herz mit Christus), Guidoccio Cozzarelli

Kommentare:

Gertie di Sasso hat gesagt…

wunderschöner Artikel und herzlichen Glückwunsch zum Weihetag!

sacerdos viennensis hat gesagt…

Ich gratuliere zu drei Jahren geweihtem Leben, mein Weihetag war am Tag des unbefleckten Herzens Mariens. Ein Grund zur Freude und einer, sich erneut ganz der Mutter der Herrn anzuvertrauen.

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Mhhh, Herz Mariae ist novi odinis doch heute, oder? Ergo Gottes Segen zum Weihetag!

Braut des Lammes hat gesagt…

Vergelts Gott für die freundlichen Wünsche und auch alle guten Wünsche und Gottes Segen an den Sacerdos, der heute ebenfalls Weihetag feiert.

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