Sonntag, 3. Juni 2012

Brazil − die Zukunft und andere merkwürdige Orte

Falls das noch noch jemand rechtzeitig sieht: heute abend und in der Nacht zeigt Arte Brazil, einen der interessantesten und zugleich schrägsten Science-Fiction-Filme überhaupt. Das Attribut schräg ist eigentlich nicht weiter verwunderlich, stammt der eindeutig von Orwells 1984 inspirierte Film doch von Ex-Monty Python Terry Gilliam.

Hauptprotagonist ist der Angestellte Sam Lowry, der keinesfalls eine Karriere machen und auch auf keinen Fall mit der unsäglichen Bekannten seiner Mutter, „Dings“, verkuppelt werden möchte. In seiner Freizeit erträumt er sich das Leben eines Marvel-Comic-Helden, bis er die Frau aus seinen Träumen tatsächlich trifft...

In der Rolle des Untergrund-Heizungsmonteurs Tuttle übrigens Robert de Niro, dessen todkomisches Potential ich, wenn ich mich recht erinnere, bei diesem Film erstmals erkannt habe (wer de Niro in Stardust gesehen hat, weiß, der kennt in der Beziehung ja gar nichts). Toll sind auch viele Reminiszenzen an die vierziger Jahre in Kleidung und Gerätschaften, Geräte und Apparaturen, die solchen in Wallace & Gromit-Filmen oft in nichts nachstehen, und herrlich absurde Szenen wie die, in der eine Kakerlake (beetle oder bug) von oben in einen Drucker fällt und der Drucker so verhängnisvollerweise statt „Tuttle“ „Buttle“ auswirft.

Ein Film für alle, die im Büro arbeiten, solche, die eine Schönheitsoperation planen, Mitarbeiter von Klimaanlagenfirmen und Callcentern, Nostalgiker und überhaupt alle, die gern träumen.

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