Mittwoch, 16. Mai 2012

Maiglöckchen



Und die Nachtigall sang noch weiter; sie sang von dem stillen Gottesacker, wo die weißen Rosen wachsen, wo der Flieder duftet und wo das frische Gras von den Thränen der Überlebenden befeuchtet wird. Da bekam der Tod Sehnsucht nach seinem Garten und schwebte wie ein kalter, weißer Nebel aus dem Fenster. (Hans-Christian Andersen)[1]
Gestern abend: Jahr für Jahr wächst hier an einem verschwiegenen Ort mitten in der Stadt dieses Feld wilder Maiglöckchen, schönerweise gleich neben einer Statue unseres Herrn Jesus Christus. Dafür liebe ich Berlin.

Eigentlich war ich losgezogen, den Maialtar der polnischen Gemeinde zu fotografieren. Als ich hinkam, war aber grad eine marianische Andacht mit sakramentaler Aussetzung im Gange (der Priester trug einen Chormantel mit blauem Einsatz). Da gleich im Eingang Menschen auf den Knien lagen, hab ich mich einfach dazugekniet und hatte so unverhofft vor den Maiglöckchen noch die sakramentale Anbetung.
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[1] Irgendwie war mir so, als wäre in einer älteren Fassung auch noch von Schierling die Rede gewesen, ich hab das Buch aber grad nicht zur Hand.

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