Sonntag, 27. Mai 2012

Lobe den Herrn, meine Seele – Pfingsten

Heiliggeistfenster in Sant'Andrea al Quirinale
Mit dem Fest Pfingsten endet die freudevolle Osterzeit: sieben mal sieben Tage, entsprechend der Zahl eines Jubeljahres des alten Bundes, hat die Kirche das Fest der Auferstehung Jesu Christi gefeiert. Am fünfzigsten Tag feiert sie die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die ersten Jünger – eine Kette, die durch die Spendung der Sakramente reicht bis in unsere Tage. Einen besonders berührenden Moment finde ich, wenn wir beim Ruf vor dem Evangelium zu dem Vers
Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen, und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe!
niederknien, aus schierem Dank und reiner Anbetung heraus.

Mit dem Himmelfahrtstag ist die Verheißung aus dem Buch Jesaja über Christus, der das ewige Wort des Vaters ist, erfüllt: es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.

Der wunderschöne Antwortpsalm des Pfingsttages ist derselbe, wie der der ersten Lesung in der Osternacht: Lobe den Herrn, meine Seele, Herr mein Gott, wie groß bist du. Der Psalmist besingt die Wunder der Schöpfung, und er tut gut daran, ihre Herrlichkeit zu preisen, denn die ganze Schöpfung ist ins Leben gerufen durch den Hauch und Geist Gottes, er durchdringt und erhält alles. Die Herabkunft des Beistands, den der Vater sendet, ist die Neuordnung der Schöpfung in Christus, dessen Kommen die Liturgie den Zenit der Zeiten nennt. Zugleich ist sie der Beginn der Kirche, denn im Johannesevangelium hören wir von der Einsetzung des Bußsakraments.

Der Psalmist schließt angesichts der Herrlichkeit der Schöpfung mit dem inbrünstigen Ausruf: Möge ihm mein Dichten gefallen, ich will mich freuen am Herrn. Er besingt nicht nur die Freude des Herrn an seiner Schöpfung, sondern auch die des Menschen an Gott selbst


Du läßt die Quellen hervorsprudeln in den Tälern,
sie eilen zwischen den Bergen dahin.
An den Ufern wohnen die Vögel des Himmels,
aus den Zweigen erklingt ihr Gesang.
Du tränkst die Berge aus deinen Kammern,
aus deinen Wolken wird die Erde satt.
Du läßt Gras wachsen für das Vieh,
auch Pflanzen für den Menschen, die er anbaut.
Herr, wie zahlreich sind deine Werke!
Mit Weisheit hast du sie alle gemacht,
die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
Lobe den Herrn, meine Seele!

Kommentare:

Dorothea hat gesagt…

Und ich habe mich heute gewundert warum unser Pfarrer plötzlich niedergekniet ist. Sonst hat es aber keiner getan und weil ichs nicht wußte ich auch nicht. Wie schade. Da ist offenbar auch bei cradle-catholics die Kenntnis verloren gegangen. Vielen Dank für die Info.

Braut des Lammes hat gesagt…

Heute wäre eine "zweite Chance" gewesen; die Liturgie des Pfingstmontags sieht das Knien an dieser Stelle ebenfalls vor. Heute haben allerdings wir Ministranten allein gekniet, die Zelebranten standen. Nun ja.

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