Dienstag, 1. Mai 2012

Die schnellste Verbindung

Etwas, das mir bei den wenigen Gelegenheiten, wenn ich eine dieser Notrufsäulen zur Auskunft benutze, zum wiederholten Male aufgefallen ist: daß man es bei den hiesigen Verkehrsbetrieben offenbar nicht versteht, einfache Ja-Nein-Fragen zu beantworten. Weder so noch so.

Eine schlichte Frage wie „Guten Abend, können Sie mir sagen, ob die U7 inzwischen wieder durchfährt zwischen Möckernbrücke und Hermannplatz?“ führt dazu, daß ich mein Fahrtziel angeben muß, wo ich jetzt grad stehe und auf welchem Bahnsteig da (.oO Von welcher Farbe war das Holzbein Ihres Großvaters?) – „Moment, bitte!“ – um dann eine Verbindung angesagt zu bekommen, nach der ich nicht gefragt hatte. – „Ja aber, das ist die schnellste Verbindung!“

In der Folge darf ich dann erklären – alles vor dem Hintergrund, daß der Zug, den ich nehmen will, jede Minute kommt –, daß ich die angebotene Verbindung um die Uhrzeit suboptimal finde, weil man da am zweiten Umsteigebahnhof oft eine Viertelstunde wartet (die angeblich schnellste Verbindung ist dann nämlich grade weg). Das ist dort meist nicht so schön. Alternativ laufe ich in der Hälfte der Zeit im Finstern nach Hause, das wiederum ist an Abenden, an denen sich die Einwohner traditionell dem Suff ergeben, auch nicht so prickelnd.

„Können Sie mir nicht sagen, ob die…?“ – „Das ist die schnellste Verbindung!!!“

Leider kann man in Notrufsäulen genausowenig hineinbeißen wie in Schreibtischkanten. Die Frage, ob die obige Bahnstrecke noch unterbrochen ist, blieb unbeantwortet. Da der Zug, der sonst grade weg zu sein pflegt, Verspätung hatte, war dies übrigens tatsächlich die schnellste Verbindung. Hihi.

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