Donnerstag, 3. Mai 2012

Die Erdbeermadonna

Das Stilleben ist nicht Osias Beert, sondern Jacob van Hulsdonck. – Wer sich Marienbilder genauer anschaut, dem fällt auf, daß manche von ihnen Maria nicht nur mit Lilien und Rosen zeigen, sondern, daß oft auch noch Walderdbeeren und ihre Blüten drauf sind. (Auf dem Paradiesgärtlein von 1410 unten wachsenen sogar Spaliererdbeeren die Mauer hoch.) Der Grund dafür ist darin zu suchen, daß Erdbeeren zu den Rosengewächsen gehören und daher ebenfalls ein Mariensymbol sind. Sie stehen für Tugenden wie Reinheit, Anstand und Rechtschaffenheit. Außerdem schmecken sie gut[1].

Zu den schönsten Anrufungen der Lauretanischen Litanei gehört Rosa mystica, geheimnisvolle Rose.




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[1] Eingefallen ist mir das Stilleben auch deshalb, weil ich das Projekt, möglichst viele verschiedene Sorten von Drosophilae zu züchten (mit krausen Flügeln, mit glatten, mit roten Augen und mit weißen…), gerade abrupt beendet habe. Räusper.

Kommentare:

Admiral hat gesagt…

Erdbeeren sind botanisch Nüsse.

:-)

Braut des Lammes hat gesagt…

Beides. :)

Claudia hat gesagt…

Mir gefällt das Paradiesgärtlein besonders - da aalt sich auch ein ganz harmloser, friedlicher kleiner Drachen.
Darüber das nach einer Blume grabsende Jesuskind mit Punkfrisur (ich weiß, es ist eigentlich ein Heiligenschein in Kreuzform) ist aber auch wunderbar.

Braut des Lammes hat gesagt…

Den Babydrachen hatte ich gar nicht richtig registriert. Mir gefällt unten die Art und Weise, wie das Jesuskind da herzhaft in die Saiten greift. Ein ähnliches Bild hatte ich schon mal (Mein Bild des Tages), womöglichlich derselbe Maler.

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