Mittwoch, 30. Mai 2012

Der Zauber des Alltäglichen

Mehrfach hatte ich Bilder von Linden Frederick ins Blog gestellt. Dieser ist ein amerikanischer Realist, dessen Bilder von den Motiven her etwas an Edward Hopper erinnern (ich weiß nicht, ob Frederick den Vergleich vielleicht schon satt hat). Wie Hopper malt Frederick das Alltägliche Nordamerikas – Stadtbrachen, Motels, Kleinstadtschulhäuser und ländliche Radiostationen, Mobile Homes. Auf Fredericks Bilder sind sogar noch weniger Menschen als auf Hoppers (die, wo überhaupt, einzelne Menschen stilisiert darstellen, was sie um so isolierter erscheinen läßt).

Wo der Betrachter bei Hopper eine tiefinnerliche Einsamkeit verspürt, selbst wenn er „nur“ drei Zapfsäulen an einer Landstraße oder eine Frau im Automatenrestaurant gemalt hat, ist es bei Frederick ganz anders. Ob das Bild ein abgelegenes Haus in der Dunkelheit zeigt, eine Ladenfront oder eine Auffahrt, auf die die Scheinwerfer eines Autos einbiegen: stets hat der Betrachter das Gefühl, es sei jemand zu Hause, der den Heimkommenden erwartet, den späten Kunden, der noch ein Pfund Mehl braucht, oder den Durchreisenden, der vom Highway ins Motel einkehrt – und dieses Motel wird nicht von Norman Bates geführt, noch liegt es in Gallup, New Mexico.

Halloween

Grange

Yield

Wedding night

Late night

Big Henry
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kleine Bilder: links Wong's (Linden Frederick) rechts Gas (Edward Hopper)

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