Dienstag, 8. Mai 2012

Ach wie flüchtig… oder auch nicht?

Mal wieder etwas aus der Vanitas-Abteilung – also, wenn einen nach vier gemalten Kirschen derart der Mund wässert, dann hat der Künstler (ein unbekannter Meister) irgendwas richtig gemacht. Ich jedenfalls suche jetzt eine Obstabteilung auf, ein weißes Schüsselchen mit blauem Rand hätte ich auch noch, auch wenn da kein Bläuling drüberschweben sollte…

Eigentlich leicht schräg, wenn man es sich überlegt, daß man sich diese Bilder unter dem Gedanken, „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“ ansieht (Vanitas), dabei halten sich etwa diese gemalten Kirschen und das Schüsselchen ja schon ziemlich lange. Flüchtig ist natürlich die Begierde, die man nach diesen Dingen empfindet, noch flüchtiger als die Kirschen, der Schmetterling und das Schüsselchen selbst. Trotzdem: ein Augenblick in der Zeit des Malers und in unserer. All those moments will be lost in time like tears in rain, läßt Ridley Scott seinen Replikanten sagen. Eigentlich aber sind sie auf diese Weise gar nicht verloren.

1 Kommentar:

Claudia hat gesagt…

Ich bin ja auch ein bekennender Vanitas-Fan und bin begeistert!

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