Dienstag, 29. Mai 2012

33 Tage für das Leben – von Heimsuchung zu Heimsuchung

Eine traurige Geschichte, wie sie wohl hierzulande gar nicht so selten ist:

Eine Frau, die mit einem geschiedenen Mann seit Jahren in einer festen Beziehung lebt, wird schwanger. Als sie dies ihrem Partner erzählt, dringt dieser auf Abtreibung (nur nennt er es natürlich anders). Er hat bereits von seiner ersten Frau eine Tochter im Teenageralter, das reiche ihm eigentlich, man müsse auch an die Finanzen denken, außerdem sei er auch etwas depressiv und fühle sich schon daher nicht in der Lage, nochmals Vater zu werden. Die Alimente für die Ex-Frau und die Tochter werden bereits jetzt aus dem Doppelverdienst bezahlt, oder auch aus ihrem allein, wenn er zwischendurch eine Auftragsflaute hat. Die Frau entschließt sich in dieser Lage zum Schwangerschaftsabbruch. Ihre eigene Haltung zum Kinderwunsch ist irgendwie indifferenziert, schwebt als ein „Kann man ja immer mal machen“ am Horizont.

Nicht lange danach geht die Beziehung der beiden Knall auf Fall in die Brüche. Der Grund: Der Mann hatte hintenherum seit einiger Zeit ein Verhältnis mit einer Frau, die ihm nun eröffnet, sie sei schwanger mit Zwillingen. In dieser Lage meint er, er müsse jetzt Verantwortung übernehmen und für seine neue Familie (die dritte, btw) sorgen, außerdem freue er sich auf die Kinder. Seine bisherige Partnerin wiederum hat neben aller berechtigten Bitterkeit keine Lust, weiterhin finanziell als Goldesel ausgenutzt zu werden, was er ihr allen Ernstes angetragen hat (nur nennt er es natürlich anders).

Wiederum einige Zeit später werden bei der Frau Myome festgestellt. Der behandelnde Frauenarzt dringt auf die Entfernung der Gebärmutter, schon weil er an der Operation mehr Geld verdient als an einer Patientin, die an alternative Behandlungsmethoden denkt oder einfach weiterhin mit den Myomen lebt. Sie ist in dieser Situation ohnehin seit einiger Zeit überfordert und läßt den Eingriff vornehmen. Einige Zeit danach beginnt ihre biologische Uhr nun doch nachdrücklich zu ticken – indes ist es jetzt wirklich zu spät. Die Frau quält sich künftig mit Selbstvorwürfen und dem Gedanken, tatsächlich etwas Unwiederbringliches verloren zu haben. Eine schwere Wunde, für die es kaum eine Heilung gibt. Wie gesagt, es ist eine traurige Geschichte.

Diese Geschichte ist meines Erachtens kein Einzelfall, sondern kommt so oder in Varianten immer wieder vor. Sie ist auch ein Indiz dafür, daß viele Frauen tragischerweise heute schon fast gut daran tun, ihre Schwangerschaft bis zum Beginn der 15. Woche zu verschweigen.

Eigentlich sollte der Beginn eines neuen Lebens ein Grund zur Freude und Hoffnung sein, und es ist ein schönes Zeichen, daß die amerikanischen Bischöfe kürzlich einen Ritus zur Segnung eines Ungeborenen und seiner Mutter herausgegeben haben. Der Segen kann ggf. auch die ganze Familie umfassen, die zur Feier gekommen ist, und enthält auch eine Erweiterung für den werdenden Vater, der dem hl. Josef empfohlen wird.

In der obigen Wiedergabe zeigt sich eindrücklich, welches Unheil hier über das nie geborene Kind und seine Mutter gekommen ist. Aus der Vernichtung von Leben kann nichts Gutes erwachsen. Hier ist Leben buchstäblich verschwendet worden. Ich denke unwillkürlich an die Worte: Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. (Dtn 30, 19)

Zum anderen wird deutlich, wie wichtig neben qualifizierter Beratung und Unterstützung der werdenden Mütter das Gebet für die Ungeborenen ist. Die Mitbloggerin Michaela Voss hat die Aktion 33 Tage für das Leben – von Heimsuchung zu Heimsuchung initiiert, (mit „von Heimsuchung zu Heimsuchung“ ist das Fest Mariä Heimsuchung gemeint, das in Deutschland nach alter Tradition am 2. Juli gefeiert wird, in der Weltkirche zum Abschluß des Marienmonats am 31. Mai. Die Gebetsaktion findet also vom 31. Mai bis zum 2. Juli statt). Weihbischof Laun aus Salzburg, der auch schon den Berliner Marsch für das Leben begleitet hat, hat sich mit einem bischöflichen Geleit- und Segenswort an die Betenden gewandt:
Der Gedanke, mit dem Fest Maria Heimsuchung das große Anliegen zu verbinden, es mögen für das Heil der Ungeborenen um den Heiligen Geist gebetet, die ungeborenen Kinder wieder geschützt und ihre Unantastbarkeit geachtet werden, halte ich für ausgezeichnet und für sinnvoll: Maria und Elisabeth, beide gesegneten Leibes, begegnen einander! … Ich wünsche dieser Initiative von ganzem Herzen Erfolg und Erfüllung mit der Hilfe Gottes!

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Bild: Heimsuchung, Bridget Marlin

1 Kommentar:

Freiburgbärin hat gesagt…

Danke, dass Du mitmachst.

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