Donnerstag, 5. April 2012

Du elfenbeinerns Bettlein

O du hochheilig Kreuze,
daran mein Herr gehangen, in Schmerz und auch in Todesbangen.
Du elfenbeinerns Bettlein,
daran mein Spons sein Leben vor lauter Lieb aufgeben.

Das Bett als Symbol des Kreuzes, ungewöhnlich anmutend, vielleicht hat diese Strophe aus diesem Grund keinen Eingang ins Gesangbuch gefunden. Daß es gerade ein elfenbeinernes Bett ist, hat sicherlich mit dem zu tun, was wir mit Elfenbein verbinden: es ist überaus kostbar und steht wegen seiner Farbe und Strahlkraft seit alters her für Reinheit und Beständigkeit; auch die Gottesmutter rufen wir in der Lauretanischen Litanei mit Turris eburnea – elfenbeinerner Turm – an.

Auf diesem Bett des Kreuzes hat der Bräutigam aus Liebe sein Leben gegeben. Das Bild des Bettes als Ruhstatt knüpft unmittelbar an den Vesperhymnus der Karwoche an, der den Baum des Kreuzes besingt: gib den Gliedern deines Schöpfers an dem Stamme linde Rast.
Beuge, hoher Baum, die Zweige, werde weich an Stamm und Ast,
denn dein hartes Holz muß tragen eine königliche Last,
gib den Gliedern deines Schöpfers an dem Stamme linde Rast.

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Bild: elfenbeinernes Prozessionskreuz in St. Thomas von Aquin.

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