Montag, 2. April 2012

Die Lieder vom Gottesknecht

In der Liturgie der Heiligen Woche finden wir vier Perikopen aus dem Buch Jesaja, die als Gottesknechtlieder bekannt sind. Einen Teil des dritten Liedes haben wir in der Heiligen Messe gestern gehört, das erste Lied heute und das zweite werden wir morgen hören. Am Mittwoch hören wir das dritte Lied zur Gänze und in der Karfreitagsliturgie das vierte.

Die Prophetien Jesajas über den Gottesknecht offenbaren uns Gottes Heilsplan. Er schreit nicht und lärmt nicht und läßt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen – Gott zwingt seine Erwählten nicht mit Waffengewalt oder Unrechtsherrschaft. Er wendet sich uns zu in überreichem Erbarmen: das geknickte Rohr zerbricht er nicht, den glimmenden Docht löscht er nicht aus, – wunderbare Bilder dessen, daß Gott dem Schwachen aufhilft, ja, es erwählt hat. Ich habe dich dazu bestimmt, blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien. Es ist bezeichnend, daß wir das erste Lied vom Gottesknecht sowohl in der Advents- als auch in der Weihnachtszeit hören, denn der verheißene König des Friedens ist der, der in wenigen Tagen im Prätorium vor Pilatus stehen und ihm auf seine Frage ruhig antworten wird: Du sagst es, ich bin ein König.

Bei den Worten, er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat, muß ich immer an Jesus denken, wie er sein Kreuz den Weg zur Schädelhöhe hinaufschleppt, das Kreuz, das die Hoffnung der Welt ist.

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